Saintseneca - Dark Arc - Cover
Große Ansicht

Saintseneca Dark Arc


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Folk-Rock auf verschlungenen Pfaden. Seltsam, aber verdammt gut!

Aus Columbus, Ohio, kommen Saintseneca, die mit Zac Little einen Singer/Songwriter, Multiinstrumentalisten und präsenten Frontmann vorweisen können. Dabei verwendet die Band eine Vielzahl an akustischen Instrumenten wie z.B. Balalaika, Mandoline, Dulcimer, Baglama (türkische Laute) und Perkussion. Dazu gesellen sich E-Gitarren, Keyboard und Drums. Stilistisch lässt sich eine Linie von frühen Bright Eyes über Violent Femmes bis zu Kaleidoscope und Pearls Before Swine ziehen. Folglich eine Reise quer durch die Jahrzehnte des sogenannten Folk-Rock. „Produced, engineered and mixed by Mike Mogis“ heißt es im Booklet und Mogis weiß als alter Saddle Creek Veteran, wie die Regler und Knöpfchen zu drehen sind.

Wiederholt verstehen es Saintseneca, das Rad von leise Richtung laut, von Folk Richtung Rock zu drehen, bereits der Opener „Blood Bath“ legt hiervon eindrucksvoll Zeugnis ab. Dabei folgen die Songs keinen handelsüblichen Schemata, sondern legen verschlungene Pfade zurück. Dennoch ziehen versponnene Melodielinien ihre Kreise, hierin sind sie den Bowerbirds nicht unähnlich. Dagegen vibrieren die Stimmbänder von Zac Little in Gordon Gano-Manier und einige scheppernde, stochernde Elemente mahnen durchaus an die guten alten Violent Femmes. Die exotischen Instrumente zielen dagegen in die 60er- und 70er-Jahre und verweisen auf Kaleidoscope, Pearls Before Swine und punktuell auch an die Incredible String Band.

Das Introvertierte und Windschiefe lässt an frühe Bright Eyes, auch an Neutral Milk Hotel denken. Etwas dunkel Rumorendes wird auf „Dark Arc“ fortwährend wahrgenommen, wird jedoch wiederholt von optimistischen Pop-Elementen unterwandert. Demzufolge wird die Aufmerksamkeit des Hörers hochgehalten, er folgt gerne jenen verschlungenen Folk-Pfaden, die bis tief ins Unterbewusstsein reichen. Hierzu trägt immer wieder die superbe Singstimme von Maryn Jones bei, die Kontraste zum formidablen Quengeln Zac Littles setzt. Zudem gewinnt das Album bei wiederholtem Hören an Substanz und versetzt einen in eine sonderbare Stimmung, die Suchtpotential hat. Verdammt gute Scheibe!

Anspieltipps:

  • Blood Bath
  • Only The Young Die Good
  • Uppercutter
  • Dark Arc

Neue Kritiken im Genre „Folk-Rock“
Diskutiere über „Saintseneca“
comments powered by Disqus