Avey Tare´s Slasher Flicks - Enter The Slasher House - Cover
Große Ansicht

Avey Tare´s Slasher Flicks Enter The Slasher House


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Meine Damen und Herren, wie Sie hören, hören Sie nichts!

Wer den Ausdruck Slasher hört, denkt sicherlich nicht sofort an Avey Tares Indie-Pop, der auf „Enter The Slasher House“ von Sekunde eins aus den Boxen plätschert. Weder wuchtig noch verstörend, präsentiert sich Avey Tares Schaupark als Ansammlung einer simplen Klangidee von hallendem Sound. Instrumente und Gesang müssen sich stets brav hinter Raumklangideen verstecken, doch die Effekte stellen sich schnell als Hascherei heraus.

Dass „ A Sender“ auch mit weniger Soundverlagerung eine schnittige Pop-Nummer wäre, scheint Avey Tare nicht zu reizen. Doch nicht nur im Grunde einprägsame Pop-Nummern werden verschlimmbessert. „Blind Babe“ ist eines der Beispiele des Albums, welches allein von seinem tonalen Wahnsinn lebt. Die Melodie ist Mittel zum Zweck. Gleiches passiert in „Catchy (Was Contagious)“ oder auch „That It Won't Grow“. Die Musik selbst wird verzerrt, um interessanter zu klingen. Dabei brauchen die Lieder unter all den Schichten bei weitem nicht so eine progressive Auffrischungskur, sodass die Ergebnisse kein Lager restlos glücklich stimmen werden.

Dass Avey Tares Potenzial in so ziemlich jeder Nummer aufblitzt, sollte für ihn sprechen. Letztlich überwiegt jedoch der Frust über die unnötigen Einschübe, die das Tempo aus Stücken nehmen, die alleine gut wären. Allerdings wären diese Stücke aber eben auch nur gut. Es ist nicht so, dass sich unter den Schichten an Störgeräuschen und Experimenten richtig große Taten verbergen. Im Gegensatz zu The Mars Voltas „Frances The Mute“ sind die Höhepunkte einfach nicht stark genug, um verwirrend lange Ton-Ausraster zu entschuldigen oder zumindest wettzumachen.

Tapfere Hörer werden sich bestimmt auf die Suche nach den tollen Momenten dieses Albums machen und nicht wenige werden „Enter The Slasher House“ als mutiges Stück Pop verteidigen wollen. Es handelt sich an zu vielen Stellen um wilden Brei, der zu wahllos wirkt und sich dann wieder an berühmte Vorbilder schmiegt. Dabei würden Avey Tare schon einfache Phrasen wie „weniger ist mehr“ weiterhelfen, damit sich die Musik der Band wirklich entfalten kann und nicht als überdrehter Sommerwind vorbeizieht und ihn niemand in Erinnerung behält.

Anspieltipps:

  • Your Card
  • A Sender
  • Duplex Trip

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7.5/10

Mit Den Zehen Am Abgrund
  • 2019    
Diskutiere über „Avey Tare´s Slasher Flicks“
comments powered by Disqus