Rush - ReDISCovered - Cover
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Rush ReDISCovered


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Fans und Sammlern wird das längst vergriffene Debütalbum als exakte Kopie und mit glasklarem, remastertem Sound spendiert.

Für Fans von Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart aka Rush gibt es jetzt etwas gaaanz Feines! 40 Jahre und ein bisschen mehr als einen Monat hat deren schlichtweg „Rush“ benanntes Debütalbum jetzt auf dem Buckel - viele der aktuellen Senkrechtstarter des Prog-Sektors sind weitaus jünger, wohlgemerkt! Grund genug, um die längst vergriffene Vinylausgabe der Kanadier als exakte Replik wieder auf den Markt zu bringen. Unter dem reDISCover-Label erbarmt man sich der Anhängerschaft, die für die restlos vergriffene LP-Ausgabe so manchen Lappen über die Tapeziertische der Plattenbörsen wandern ließ. „Rush reDISCovered“ schafft Abhilfe und bringt Sammlern und Audiophilen das Debüt ohne große Mühen, aber mit maximalem Impact auf den heimischen Plattenspieler zurück.

In der überaus wertigen Box befinden sich allerlei Goodies, welche das Fanherz höher schlagen lassen sollten: eine Reproduktion des allerersten Promo-Posters (gefaltet), ein Poster mit dem Stammbaum von Rush, einen Downloadgutschein für die digitale Ausgabe der remasterten Tracks sowie jeweils eine Litografie von Geddy Lee, Alex Lifeson und John Rutsey. Letzterer spielte zum ersten und letzten Mal das Schlagzeug für die Band ein, hielt zu ihr bis zu seinem Tod im Jahre 2008 aber engen Kontakt. Hauptattraktion ist natürlich die von den analogen Masterbänden auf 200-Gramm Audiophile-Grade-Vinyl gepresste remasterte Ausgabe des allerersten Rush-Albums. Der Sound ist klar, druckvoll und satt, ohne dabei nötige Ecken und Kanten vergessen zu lassen. Im Jahre 1974 waren Rush noch lange nicht in ihrer klassischen Phase, hatten einen weitaus erdigeren und dreckigeren Sound, was hier wundervoll zur Geltung kommt.

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Musikalisch ist alles beim Alten geblieben. Was im Jahre 1974 funktionierte, funktioniert auch vierzig Jahre später noch bestens und beweist die Zeitlosigkeit guter Musik im Allgemeinen und die Rushs im Speziellen. Auch wenn das Debüt nie in einem Atemzug mit „Hemispheres“ (1978), „Permanent Waves“ (1980) oder „Moving Pictures“ (1981) genannte wurde und wahrscheinlich auch nie genannte werden wird, ist es als erster Gehversuch der Kanadier doch extrem wichtig. „Take A Friend“ steht stellvertretend für die musikalische Inspiration der damals stark durch die Decke gegangenen Led Zeppelin, Blue Cheer oder Cream, was die Band veranlasste, munter in deren Windschatten mitzufahren, während ein Gros des Materials ziemlich straight daher kommt. Die großen Sieger des Albums sind nach wie vor „What You're Doing“ sowie der Opener „Finding My Way“ und das Schlusslicht „Working Man“. Letzteres bescherte dem Trio damals durch einen Zufall massives Airplay und den ersten Schritt in Richtung Weltruhm. Es sind auch diese Songs, welche am ehesten erahnen lassen, inwiefern sich der Sound der Band ändern sollte. Die Rush als allseits bekannte Koryphäen und Wegbereiter des Progressive Rock gab es zu Zeiten ihres Debüts ganz sicher noch nicht. Und gerade die Erinnerung, wie es mit einer der wichtigsten, spannendsten und konstantesten Bands der Musikgeschichte losging, macht „Rush reDISCovered“ mal ganz abgesehen von den großen Schau- und Sammelwerten des Box-Sets zu einer vollends runden Angelegenheit, welche sich kein Fan, kein Sammler und kein Musikhistoriker entgehen lassen darf.

Anspieltipps:

  • Finding My Way
  • Take A Friend
  • Here Again
  • What You're Doing
  • Working Man

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