Farewell Dear Ghost - We Colour The Night - Cover
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Farewell Dear Ghost We Colour The Night


  • Label: Schoenwetter Schallplatten
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Arbeiten Farewell Dear Ghost noch am Feinschliff oder sind sie schlichtweg schon ein Stück weit zu glattgebügelt?

Der erste Gedanke ist: Das ist Indie-Rock. Sicherlich nicht intim und klar auf große Stadien ausgelegt, doch der Indie-Baukasten wird von Farewell Dear Ghost immer eingehalten. Nur selten klingt das wie der austauschbare Breitband-Pop von Stanfour, doch dass da wirklich eine neue Band aufzutrumpfen versucht, ist ebenfalls nicht immer ersichtlich. Für einen noch nicht mit einem Markenzeichen versehenen Debütanten ist das auf der einen Seite natürlich verständlich, doch ob es reicht, die Essenz des Indie-Rock ohne eigenen Zusatz zu bündeln, bleibt die spannende Zukunftsfrage.

Dabei beginnt alles recht spannend, bevor sich das Album als einen Tick zu konstruiert herausstellt. „Demons I“ ist eine hallende und vielschichtige Eröffnung, die an Kashmirs „Zitilights“ erinnert. Mit samtener Melodie und interessanten Höhen und Tiefen baut sich Spannung auf, auf welchen Pfaden die Newcomer wandeln werden. Leider stellt sich heraus, dass „Demons I“ und der Closer „Demons II“ konzipierte Fingerübungen darstellen, die das Album etwas individueller dastehen lassen sollen. Außer diesen beiden Nummern ist von vorsichtiger Akustik nichts zu hören. Stattdessen stürzen sich Farewell Dear Ghost auf laute und optimistische Klänge.

Da wie eingangs erwähnt diese Musik allerdings in Songs wie „Words“ und „Fire“ wirklich den Kern von Indie-Rock trifft, ist dieser Wechsel zumindest anfangs kein Negativpunkt. Allerdings verpasst es die Band, den starken, aber sehr geradlinigen Titeln ein paar Konterparts zu verleihen. Das sphärische „Cold Blood“ kann sich nicht wirklich im Ohr festsetzen und auch das ebenfalls ruhig veranlagte „City Lights“ ist unsagbar einfach gestrickt und lässt weiterhin Tiefe auf „We Colour The Night“ vermissen. Dass das von der Melodie her eher mittelmäßige „Doubts // Thrones“ auffällt, nur weil es wenigstens einige Haken schlägt, spricht für die simple Natur dieses Albums.

Nicht nur der Opener zeigt, dass mehr ginge und auch in der Natur der Band liegen sollte, sondern auch der Einsatz des oft vielschichtigen Grundtons. Leider traut sich die Band jedoch nicht, diesen Facettenreichtum in die Lieder einfließen zu lassen, sondern übertönt Einfallsreichtum mit großteils überzeugenden Melodien. Dieses Konzept kann dementsprechend auch nur großteils überzeugen, entzieht dem Album in letzter Konsequenz jedoch einer dringend nötigen Eigenständigkeit. Für eine weitere neue Indie-Band ist das Material auf diesem Debüt mehr als ausreichend, doch damit der Name Farewell Dear Ghost nicht in überfüllten Indie-Playlists untergeht, muss noch mehr kommen.

Anspieltipps:

  • Fire
  • Demons I
  • Words

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