Chet Faker - Built On Glass - Cover
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Chet Faker Built On Glass


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre mussten wir auf das Debütalbum des Australiers warten. Es hat sich gelohnt!

Nicholas Murphy alias Chet Faker tauchte erstmalig im Jahr 2011 mit seiner Coverversion des Blackstreet-Songs „No diggity“ auf, die sich später auch auf seiner 2012er Debüt-EP „Thinking In Textures“ (04/2012) befand. Mit diesem Song sowie den übrigen Tracks der EP löste der Australier einen kleinen Hype aus, da seine Art, Soul- und R&B-Musik miteinander zu verbinden, sehr stark an die ebenfalls in 2012 durchgestarteten US-Stars Frank Ocean und The Weeknd erinnerte. Problematisch ist nur, dass Chet Faker weitere zwei Jahre für sein jetzt auf den Markt gebrachtes Debütalbum „Built On Glass“ benötigte. Während so einer langen Zeitspanne wird aus dem nächsten Hype bzw. dem „Next Big Thing“ nämlich sehr schnell ein vergessener Hype.

„Built On Glass“ vereint – wie schon die „Thinking In Textures“-EP – Soul, R&B und Downbeat auf eine Art und Weise, dass die Songs auf der einen Seite ein kommerzielles Potenzial besitzen und auf der anderen Seite immer noch genügend hornbebrillte Nerds und Indie-Freaks ansprechen dürften. Das alleine ist schon ein Kunststück für sich. Doch auch die gepflegte Unaufgeregtheit der zwölf Kompositionen, das Verwischen der Stilmittel zwischen modernen Elektro-Baukasten-Spielereien und warmen Retro-R&B-Sounds sowie der Einsatz „echter“ Instrumente (Saxophon trifft Stimm-Samples, trifft auf Loops, trifft auf Gitarren) ist bemerkenswert.

Dadurch entwickelt sich das Album in einen einzigen Schwebezustand hinein, angeführt durch Chet Fakers ausdrucksstarke Soulstimme, befeuert durch eine fast schon analog anmutende Produktion und gesegnet mit Kompositionen, die den Alltag entschleunigen. In diesem Zusammenhang von einem Meisterwerk zu sprechen, wäre zwar übertrieben, doch die zusammenhängende Wirkung der zwölf Tracks dieses Albums ist trotzdem aller Ehren wert.

Anspieltipps:

  • Melt
  • Blush
  • Dead body
  • Cigarettes & loneliness
  • Release your problems
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