John Frusciante - Enclosure - Cover
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John Frusciante Enclosure


  • Label: Record Collection
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Arbeitstier aus Los Angeles ist zurück mit einem neuen Studio-Longplayer.

Nachwievor veröffentlicht John Frusciante (44), der ehemalige Gitarrist der Red Hot Chili Peppers, neue Musik in atemberaubender Geschwindigkeit. Wer nicht aufpasst, kann dabei schon mal eine spontan eingestreute EP oder ein Projekt wie die Produktion des neuen Albums „Medieval Chamber” (01/2014) der HipHopper Black Knights verpassen. Zwischendurch steht auch die Geburt eines weiteren Studioalbums wie „Enclosure“ an, dem inzwischen elften Solo-Longplayer des Amerikaners. Darauf hat John Frusciante alle Arbeitsschritte in Eigenregie übernommen: Texte, Kompositionen, Aufnahme, Produktion, Abmischung. Traut der Mann etwa niemand anderem über den Weg?

Wer es nicht mitbekommen hat: Im Laufe der vergangenen zwei, drei Jahre hat John Frusciante immer mehr die elektronische Seite der Musik für sich entdeckt und damit seinen prägnanten Gitarrensound mehr als nur unterfüttert. Inzwischen sind die Klänge von Synthesizern, Sequenzern, Drum-Computern und anderen Elektro-Hilfsmitteln das dominierende Element in den Songs des 44-Jährigen. Die Gitarre wird nur noch hier und da als Kirsche auf der Sahne eingesetzt („Shining desert“) oder so verfremdet, dass sie sich den elektronischen Maschinenklängen anpasst („Crowded“).

Diese Art des Musizierens, mit seinen experimentellen Klangkonstruktionen, weckt zum Teil Erinnerungen an den Mike Oldfield der frühen 70er Jahre („Cinch“) und an den Krautrock der 60er Jahre („Run“). Darüber hinaus gibt es sogar Momente, in denen „richtige“ Melodien herauszuhören sind („Stage“). Doch meistens suhlt sich Frusciante in verkopft-chaotischen Strukturen mit hektischen Breaks und nur schwer zu folgenden Songverläufen („Sleep“). Das macht es dem Hörer nicht gerade leicht. Doch spannend ist es allemal, einem als Gitarrengenie bekannten Musiker zuzuhören, wenn dieser sich in neuen Gefilden austobt. Dass er sich dabei auch mal ein bisschen im Ton vergreifen kann, liegt in der Natur der Sache.

Anspieltipps:

  • Zone
  • Cinch
  • Stage
  • Fanfare
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