Stream Of Passion - A War Of Our Own - Cover
Große Ansicht

Stream Of Passion A War Of Our Own


  • Label: Sop Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier sind Stream Of Passion. Evanescence waren gerade nicht frei.

Es war einmal... Evanescence. Seit 2003 ist es wohl nicht möglich, melodischen Metal mit Gothic-Einschlag unabhängig von Amy Hartzler, geborene Lee, zu hören, wenn eine weibliche Stimme zu opulent angelegten Emotionsrockern zum großen Gesang ansetzt. Die Niederländer von Stream Of Passion würden sich wohl eher dem Symphonic-Metal zugehörig fühlen, doch hier setzen dann auch wieder Kastendenker an, die aus Unterhaltungsmusik eine Wissenschaft machen.

In erster Linie kommt Amy Lee auch nur als unglaubliche Messlatte daher, da sie die Mischung aus ihrer Stimme und guter Produktion zum Standard des Genres gemacht hat. Auch wenn das selbst betitelte Album aus dem Jahr 2011 und das äußerst generische „The Open Door“ keine Meilensteine der Musikgeschichte darstellen, hat der Ton auf Jahre die Musik gemacht und geprägt. Ähnlichkeiten finden sich bei Marcela Bovios Gesang und den teils arabesken, teils opernhaften Arrangements auf „A War Of Our Own“ zuhauf. Bei aller Lee-Verehrung macht Bovio allerdings einen guten, wenn auch nicht prägenden Job. Das liegt jedoch weniger am Gesang, als daran, dass die Band mit ihrer Musik einem Genre brav Tribut zollt und einem eigenen Charme weitestgehend entbehrt.

Zwar erinnern einige Piano-Einschübe ausgerechnet an die Metal-Einschübe von Muse auf „Origin Of Symmetry“ und schnellere Passagen wie in „Burning Star“ laden herzhafte Power-Pop-Passagen ein, die allerdings durch 08/15-Metalriffs relativiert werden. Stream Of Passion wissen ganz genau, was sie mit dieser Scheibe abliefern wollen, scheinen jedoch zu viel Angst davor zu haben, dass man mit auch nur einem Song langweilen könnte. Alles wirkt sehr überschaubar, von einer plötzlichen Wall of Sound, bis hin zu Synthie-Streicher-Einsätzen, ist alles auf den Takt genau zu erraten. Manchmal passen diese Momente wie im Titeltrack und in „Earthquake“ zwar wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, doch meistens ist das einfach nur solide.

Da sich auf „A War Of Our Own“ damit kaum Material befindet, welches den Hörer tatsächlich aufhorchen lässt, streckt sich das Album gegen Ende auch ein wenig. Der kurzweilig mögliche Spaß mit diesen selbstbewussten, wenn auch durchschnittlich angelegten Stücken leidet an wiederverwendeten Ideen, die jedoch helfen, die Beherrschung einer seit gut 10 Jahren unveränderten Formel nicht überzubewerten. Stream Of Passion fehlt die eigene Muse, um sich aus dem Schatten größerer und erfolgreicherer Bands des Genres zu lösen. Dabei ist genug Zeit vergangen, um dem inzwischen doch sehr pathetischen Genre eine neue Wendung zu verpassen.

Anspieltipps:

  • A War Of Our Own
  • Monster
  • Earthquake

Neue Kritiken im Genre „Gothic-Rock“
5/10

MTV Unplugged: Unter Dampf - Ohne Strom
  • 2015    
Diskutiere über „Stream Of Passion“
comments powered by Disqus