More Than Life - What´s Left Of Me - Cover
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More Than Life What´s Left Of Me


  • Label: Holy Roar/ALIVE
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kurzer, kratziger Ausflug in die Mittelmäßigkeit des Hardcore-Hypes.

„Man kann ohne Übertreibung sagen, dass More Than Life mit „What´s Left Of Me“ ein neues Kapitel, als eine der erfolgreichsten Underground Hardcore Acts der letzten Jahre, schreiben werden“, prophezeit der euphorische Pressetext über das zweite Album der englischen Hardcore Metal-Truppe und er hat Recht, denn sagen lässt sich in der heutigen Zeit ja relativ viel, wenn man nur in Youtube-Sphären denkt. Über eine Viertelmillion (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind es sogar über 350.000 Views) haben sich nämlich schon die erste Singleauskoppelung „Do you remember“, die mit ihren Sparta-Gitarren und der wehmütigen Stimmung im Fahrwasser der übrigen, emotionalen Hardcore-Gruppierungen der letzten Zeit schwimmt, angesehen, und wohl für gar nicht mal so schlecht befunden.

Womit wir auch schon bei der allgemein gültigen, näheren Terminusdefinition für „What´s Left Of Me“ wären, denn alles an der Platte des Vierers (James Matthews (Gesang), Joel Peets (Gitarre), Joey Bayes (Gitarre) und Tony Klein am Schlagzeug) ist okay, aber eben auch nicht weltbewegend. Das Intro „Asleep“ ist davon zwar ausgenommen, da es einfach nur unnötig ist, und auch das anschwellende „Sometimes“, sowie der wuchtig-verspielte Opener „Weight of the world“ nehmen sich kein Beispiel an der restlichen Lemming-Mentalität, denn auf diese trifft der Konformitätsanspruch mit berechnender Präzision zu.

More Than Life versuchen dennoch ein ums andere Mal, aus dem starren Korsett auszubrechen und fusionieren hierfür schlicht und ergreifend ohne dramaturgische Relevanz fünf Stilrichtungen miteinander (z.B. in „You´re not alone“), zerschellen dann jedoch an dem wirren Konstrukt, das in „Love is not enough“ sogar so weit geht, dass es dem Hörer nach ein paar Minuten aufgekratztem Geschrei völlig unmotiviert mit Akustikgitarre und Cello zum Ausgang begleitet. Dazwischen befinden sich hier und da kleine, bunte Mosaiksteinchen, die versuchen, den jeweiligen Song mit wirbelnden Drums („Seasons change“), Post Hardcore-Referenzen („Threshold“) oder unvorhergesehenen Breaks („What´s left of me“) aufzuwerten, aber letztendlich an der Übermacht der zerfahrenen Inszenierung scheitern.

Was bleibt ist ein stimmig von Neil Kennedy (Last Witness, Landscapes, Don Broco) abgemischtes und von Alan Douches (Converge, Brand New, Norma Jean) gemastertes Album, das allerdings im Hinblick auf die Werke von stilistischen Kollegen wie Devil Sold His Soul oder Memphis May Fire einiges schuldig bleibt.

Anspieltipps:

  • Sometimes
  • Weight Of The World

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