Broken Twin - May - Cover
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Broken Twin May


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Broken Twin malt ihre melancholischen Songs in Schwarzweißbildern mit Farben der Hoffnung.

Die Dänin Majke Voss Romme ist Broken Twin und wurde bereits mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Als Vorboten ihres vorliegenden Debüalbums „May“ dienten die Single „Sun Has Gone/You Can’t Put Your Arms Around A Memory“ und die EP „Hold On To Nothing“. Broken Twin stellt Stimme, Piano und Streicher in den Mittelpunkt, was mittlerweile viele Singer / Songwriterinnen tun. Dennoch sticht die Dänin aus jenem Gros heraus.

Alleine ihre Stimme ist ein Merkmal, das sie aus jener Masse heraushebt und ihre Tremolos lassen an eine weibliche Ausgabe von Antony Hegarty (Antony And The Johnsons) denken, dasselbe gilt für die Kunst ihrer Kompositionen. Dabei lassen die Titel allzu kunstbeflissene Manierismen außen vor und kehren immer das Wesentliche hervor. Und das Wesen dieser Songs sind Zerbrechlichkeit, Emotion und Intensität. Majke Voss Romme versteht es, hieraus ganz bezaubernde Songs zu formen, die zwar voller Melancholie, manchmal gar mit Schwermut behaftet sind, jedoch nie in Hoffnungslosigkeit verfallen. Vielmehr versteht sie es, ihren Songs eine gewisse Leichtigkeit beizubringen, sie aus jener Traurigkeit zu befreien, indem sie poetische Melodielinien findet. Sie balanciert den Schwebebalken der Kunstfertigkeit und Simplizität auf gefühlvolle, geradezu intime Weise aus.

Ihre Qualitäten hatten bereits Daughter, James Vincent McMorrow und Jens Lekman entdeckt, die sie mit auf Tour nahmen. Sie selbst sagt, dass sie nicht an einer großen Karriere interessiert sei, was man ihr sofort abnimmt, ihr gehe es um nichts anderes als die Musik. Dabei ist ihr der Blick auf die Realität nicht verstellt und sie erhofft sich natürlich, von ihrer Kunst leben zu können, damit sie sich ihren Traum, den Rest ihres Lebens der Musik zu widmen, erfüllen kann.

Einzelne Songs aus „May“ hervorzuheben fällt schwer, denn dieses Album ist wirklich eines jener, die in Gänze gehört werden wollen. Ein Kunstwerk, das nicht protzt, sondern auf leisen Sohlen daherkommt und seine Schönheit und Poesie nach und nach entfaltet. Broken Twin tanzt wie ein weißer Schmetterling vor einer bedrohlichen Gewitterwolkenkulisse. Am Ende steht der Titel „No Darkness“, bezeichnend für diese Musik in Schwarzweißbildern, die bereits die Farben der Hoffnung tragen. Wahre Kunst!

Anspieltipps:

  • The Aching
  • River Raining
  • If Pilots Go To Heaven
  • No Darkness

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