Brody Dalle - Diploid Love - Cover
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Brody Dalle Diploid Love


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Grölen, Stöhnen, Brunftschreie: Brody Dalles Vorzüge sind bekannt in der Welt des Alternative Rock. Auch mit zwei Kindern und mit Mitte dreißig verschieben sich die Parameter nur wenig.

Ehedem mit den Distillers dem australisch/kalifornischen Punkrock eine wohltuend weibliche Note gebend, war es lange still um die Mutter gewordene Stilikone aller weiblichen Rockstars, bevor das Projekt Spinnerette vor fünf Jahren ein sich dem Punk abwendendes und dennoch kraftvolles musikalisches Lebenszeichen darstellte. Ihr zweites Kind rahmt die zweite lange Pause von Brody Dalle ein, nun erscheint ihr erstes Album unter eigenem Namen. Ein echter klanglicher Unterschied, ob Spinnerette oder Dalle, ist nicht erkennbar. Dalle fabriziert fluktuierenden Alternative Rock mit starker Einfärbung des Soundkosmos der Band ihres Mannes, Josh Homme (Queens Of The Stone Age). Alain Johannes, jahrelanges Mitglied der Queens Of The Stone Age, und auch deren aktueller Bassist, Michael Shuman, haben unter anderem kräftig mitgeholfen, „Diploid Love“ entstehen zu lassen.

Es dröhnt, es rumpelt, es groovt, dazu die Dalle mit mächtig weiblichem Organ, voller Pathos und Leidenschaft. Alles wie gehabt, und genau deshalb ist es auch nicht mehr ganz so zwingend. Ihr Mann, beispielsweise, hat sich weit herausgewagt mit einem Album voller Powerballaden und Midtempo-Songs, voll stimmlichen Neulands, statt der harten Festival-Kracher, die er schon zur Genüge abgeliefert hat. Auch die Dalle hat sich bereits hinlänglich ausgekotzt. Man denke nur an das hervorragende kalifornische Punkrock-Pflichtalbum „Coral Fang“ ihrer Distillers.

Zwar geht dieser vielschichtige Rock gut runter wie Öl, aber er ist nicht mehr ganz so bissig wie ehemals. Das entschleunigte „Blood In Gutters“, vorletzter Song eines wie immer recht kurzen Dalle-Albums, könnte in die Zukunft weisen, hier wagt sie mehr als das ewige Ausspielen ihrer kraftvollen weiblichen Vorzüge.

Anspieltipps:

  • Blood In Gutters
  • Meet The Foetus / Oh The Joy
  • Carry On

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