Rainbirds - Yonder - Cover
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Rainbirds Yonder


  • Label: Pure/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Rainbirds haben sich nach einer gefühlten Ewigkeit wiedervereint. Doch sind sie das wirklich?

Ein bisschen mehr als 25 Jahre ist es nun her, dass die deutsche Band Rainbirds ihr Debütalbum veröffentlichte. Dazu gab es im vergangenen Jahr eine Rainbirds 25th Anniversary Edition, ein Jubiläumsalbum, das die einstigen Erfolge der Gruppe gebührend feiern sollte. Zwar hatten sie sich bereits im Jahr 1999 aufgelöst, in der Zeitspanne von über zehn Jahren jedoch eine ganze Menge von Songs angesammelt. Außerdem fungierte das Album als eine Art Reminder und Vorgeschmack auf das damals angekündigte Soloalbum von Katharina Franck, das im Jahr 2014 erscheinen sollte. So weit, so gut.

Nun schreiben wir das Jahr 2014 und Katharina Franck präsentiert tatsächlich eine neue Platte. Wobei das Wort „neu“ mit Vorsicht zu genießen ist, dazu aber später mehr. Zunächst muss erwähnt werden, dass der Musikliebhaber beim Shoppen kaum unter „F“ fündig wird. Die Platte „Yonder“ steht unter „R“, für Rainbirds. Das ist insofern gut und richtig, als dass die Songs fürwahr von genau dieser Band stammen: es sind die alten Lieder, neu verpackt. Es ist daher jedoch falsch, weil von der ursprünglichen Besetzung (die ohnehin häufiger wechselte), so gut wie nichts mehr übrig ist. Mit von der Partie sind dafür Bela Brauchmann und Gunter Papperitz (komponierte bereits für Miss Platnum und Peter Fox). Die beiden sind auch dafür zuständig, den Songs einen zukunftsweisenderen und elektronischeren Klang zu geben.

Dennoch hinterlässt die Namensgebung einen faden Beigeschmack. Wurden die „Rainbirds“ benutzt, um ein größeres Publikum zu erreichen? Das wäre durchaus zu verzeihen, sollte sich das Album als ein neues Prachtwerk entpuppen. Versucht wurde das vor allem durch eine Art „Verjüngung“ der Songs. Mit Francks Stimme nach wie vor im Mittelpunkt, sollten die Melodien insgesamt klarer und bedächtiger erscheinen, während die Arrangements gleichzeitig mit instrumentellen Feinheiten ausgeschmückt wurden.

Alles in allem erinnern sie aber an die alten Werke, (wäre auch seltsam, wenn nicht,) können jedoch kaum über deren Schatten springen. Laut Plattenfirma ging es den „neuen“ Rainbirds beim Aufpolieren der Songs „nicht um Zeitlosigkeit, sondern um Aktualität“. Es stellt sich demnach jedoch die Frage, warum nicht gänzlich neue Werke geschrieben wurden. Das hätte dem Trio, das sich der Zukunft stellen will, sicherlich geholfen, die Vergangenheit abzuschütteln. Vielleicht wäre dann ein richtig gutes Album entstanden. Denn die Zusammenarbeit funktioniert, vor allem auch durch die Unterstützung des Gitarristen Dirk Berger (bereits erfahren durch Peter Fox) und Bassist Markus Runzheimer. Die Arrangements sind fein, durchdacht und trotzdem klangvoll. Aber sie sind nicht neu. Und das ist schade. Auch wenn es keine sein soll, es wirkt wie eine Best-of-Collection und die gab es erst im vergangenen Jahr.

Anspieltipps:

  • Yonder
  • Blueprint
  • Seven Compartments
  • Jesus First

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