Chat Noir - Elec3Cities - Cover
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Chat Noir Elec3Cities


  • Label: Rare Noise Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
9.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein manchmal zu eintöniger, aber stimmlich abwechslungsreicher Jazz-Ambient-Hybrid.

Es ist das fünfte Album der drei Italiener Michele Cavallari, Luca Fogagnolo und Giuliano Ferrari. In derselben Reihenfolge sind das Piano, der Bass und das Schlagzeug die drei Instrumente, die seit jeher den Kern ihrer Werke bilden. Daneben sind es elektronische Elemente, die eine kleine Außenseiterrolle im Sound von Chat Noir spielen, sich aber durchaus bemerkbar machen.

Acht Songs fügen sich nun also zum Fünftling des Trios zusammen, der wieder ein Hybrid aus Piano-Jazz, psychedelisch angehauchtem Ambient und elektronischen Spielereien ist. Doch es hätten mehr Tracks sein können. Abgesehen von dieser Genre-Mischung zeichnet sich „Elec3Cities“ dadurch aus, dass sich in einzelnen Songs mehrere Themen wiederfinden. So hätte man „Radio Show“ sicher in zwei Stücke aufteilen können: ein kurz aufbrausendes, schließlich melancholisches Intro mit wabernden Pianoklängen und einen mehrminütigen Hauptteil mit geradliniger Instrumentierung und Glocken-ähnlichen Klängen. Auch der Opener „Avant Buddha“ verwandelt sich nach knapp vier Minuten in einen schwerfälligen Track für die Lounge, nachdem er mit eher exotischen Gesängen und Trommeln begann.

Man ist versucht zu behaupten, die Herren hielten sich nicht an Konventionen. Das beginnt bereits bei der Art, wie die Italiener ihr neues Album aufgenommen haben: Räumlich voneinander getrennt, jeder an einem anderen Ort, wurden die Songfragmente in einer Web-Cloud gesammelt und Stück für Stück zusammengefügt. Auf ähnliche Art (verschiedene Studios waren über Skype verbunden), entstand auch das aktuelle Album von Mike Oldfield. Doch auch kompositorisch sind Chat Noir fortschrittlich unterwegs. So ist zum Beispiel der elektronische Anteil, der in „Aspekt“ in Form zerstückelter Operngesänge hervortritt, eine interessante Komponente, die den Hybrid-Sound aus Jazz und Ambient gut unterstützt. Dabei rutschen Chat Noir auch glücklicherweise nie in zu abgewatschte Regionen des Lounge-Genres ab.

Dennoch, neben schöner Arbeit an Bass und Percussion, wirken die Pianomelodien doch oft sehr eintönig und unspektakulär. Dafür kann man Cavallari, Fogagnolo und Ferrari zugutehalten, dass sie es schaffen, unterschiedliche Stimmungen - Bedrohlichkeit, Melancholie, Aufbruch - in einem Album unterzubringen, ohne sie in Form von Klischees zu vermitteln.

Anspieltipps:

  • Chelsea High Line
  • Radio Show
  • Peaceful

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