Rivers Of England - Of Trivial And Gargantuan - Cover
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Rivers Of England Of Trivial And Gargantuan


  • Label: Songs & Whispers/Broken Silence
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rivers Of England wollen viele Geschichten erzählen, wissen jedoch nicht, wie sie verschiedene Inhalte auch unterschiedlich darbieten können.

Auf ihrer Homepage schmücken sich Rivers Of England mit dem Ausdruck Nu-Folk. Bevor einige Einfallsreiche an wilde Kollaborationen mit Korn denken, soll der Ausdruck schnelle aufgedröselt werden. Scheinbar möchte die englische Gruppe nicht mit dem Ausverkauf des Pop-Genres in Verbindung gebracht werden. Dabei muss Pop auch nicht immer gesichtsloses Einerlei bedeuten. Rivers Of London wählen zum Beispiel einen akustischen und teils an Klavierbars erinnernden Sound, der Kontrabass, Akustikgitarre und Streichern für gemütliche Nachmittage statt stürmische Chartlisten anstimmt.

Die Stärken von großen Folk-Künstlern liegen bekanntlich darin, Gefühle auf eine möglichst intime und eindringliche Weise ans Volk zu bringen, wogegen Pop-Musik in erster Linie auf leichte Zugänglichkeit setzt. Es gibt auch genug Folk-Künstler, die wie die Fleet Foxes einfache Pop-Strukturen erfolgreich nutzen. Vom weiten Klang einer solchen Band sind die Rivers of England allerdings weit entfernt. Ihr Sound ist für kleine Kammern gedacht. Hörbare Stille innerhalb von Liedern ist man heutzutage kaum noch gewohnt und so werden einige Hörer nicht auf Anhieb gefesselt sein.

Wer jedoch Musik wie jene von Miho Hatori schon interessant fand, der wird sich in den klar zu erkennenden Details dieser Musik verlieren und deren ruhige Stimmung förmlich aufsaugen. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass der Folk teils komplett ausgeblendet wird. „Spinning Planets“ und „To Feel Alive“ sind klassischer Gitarrenpop, der auch mit Jack Johnson als Gaststar funktionieren würde. Dass solchen Songs die charakterliche Tiefe eines „Before The Moment Passes“ abhandenkommt, ist demnach keine große Überraschung.

Aber selbst die weniger luftigen Akkorde dieser Band bleiben doch recht weich, was auch am wenig wandlungsfähigen Gesang liegt. Wenn sich dann tatsächlich einmal eine nachdenkliche Stimmung auf dem Album ankündigt, wird diese gleich wieder durch den entspannten Tenor anschließender Stücke entschärft. Es scheint nahezu so, als würde die Band Angst davor haben, diverse Abgründe zu erforschen, womit dem Album viele Facetten durch die Lappen gehen.

Wem es nur nach einer harmlosen Akustik-Pop-Dreiviertelstunde steht, der kann man mit dieser seichten Musik nicht viel falsch machen. Betrachtet man diesen Ansatz jedoch etwas kritischer, ist „Of Trivial And Gargantuan“ nicht mehr als eine recht belanglose Ansammlung melancholischer Barmusik, die Herzen nicht nur kurzzeitig berührt und lediglich eine geringe Bandbreite an Gefühlen ansprechen kann.

Anspieltipps:

  • Where To Begin
  • To Feel Alive
  • Billions Of Stars

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