Losers - And So We Shall Never Part - Cover
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Losers And So We Shall Never Part


  • Label: 61Seconds Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Abseits gewöhnlicher Pfade präsentieren die selbsternannten Losers eine Mischung für alle, die gerne „Outside the Box“ denken.

Die Welt ist nicht einfach. Das ist, grob zusammengefasst, das Statement dieser Platte. Aus Sicht von Bellamy, Paul Mullen und Eddy Temple ist sie aber auch nicht einfach Schwarz und Weiß. Deshalb lassen sich die Losers auch nicht in eine vorgefertigte Schublade stecken. Die Musik bietet zu viel, von dem man sich bedienen kann, um präzise auszudrücken, was man fühlt. So verbinden sich Hardcore-Elemente mit ruhigen, fast andächtigen Phasen und das meist innerhalb eines einzelnen Songs. Es verbinden sich Emotionalität, wie man sie von Placebo kennt mit Drama à la 30 Seconds To Mars, instrumentaler Elektro mit tiefgründigen Lyrics.

Apropos Lyrics: der Albumtitel „…and so we shall never Part” klingt auf den ersten Moment überraschend positiv, aber eben nur auf den ersten Blick. Zwischen den Zeilen sind die Zweifel und die Verzweiflung herauszulesen, die viele der elf Texte in sich tragen. Da wären „Half Built House“, dessen Verbildlichung für sich spricht oder das dunkle, schwere „Acrobatica“. Doch auch was die Lyrics und die Hoffnungslosigkeit angeht, folgen Losers nicht einer schnurgeraden Linie. Immer mal wieder tauchen Hoffnungsschimmer auf, „Don’t waste your life away“ heißt es da und „Turn around“. Zwischendurch kreischt und quietscht es, als wolle die Band die Schwierigkeiten der Umkehr „to change the world“ doppelt unterstreichen.

Denn so düster das alles klingt, die Songs wurden nicht mit einer leblosen, lieblosen Art geschrieben, im Gegenteil. Es steckt ein ganzer Schwall Energie in ihnen, die in emotional positiveren („Think You“), wie expressiv negativeren („DNA“) Songs Ventile findet. Für den Mainstream-Radiohörer sind diese Ventile manchmal vielleicht ein bisschen zu durchlässig, kreischende Gitarren, ein schreiender Sänger und teils harter Elektro sind schließlich nicht jedermanns Sache.

Es fehlt eben auf ganzer Ebene an Richtlinien, Zuordnungen und Konventionalitäten. Während das die Zahl der Hörerschaft, wie beschrieben, einschränken wird, kann man anderseits der britischen Band, die in der Zwischenzeit Berlin zu ihrer Heimat gemacht hat, nur dazu gratulieren. Denn durch den ganz eigenen Stil heben sie sich ab von zornigen Highschool-Rockern und Dancefloor-One-Hit-Wondern, ohne dabei Abstand von Rock oder Elektronik nehmen zu müssen. Und das funktioniert. Man muss nur ein bisschen aufgeschlossen sein. Und sich zugestehen: die Welt ist eben nicht nur Schwarz und Weiß.

Anspieltipps:

  • DNA
  • Half Built House
  • Think You
  • Turn Around

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