Lykke Li - I Never Learn - Cover
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Lykke Li I Never Learn


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer eins nach dem Hit-Missverständnis.

Mit „I follow rivers“ hat die Schwedin Lykke Li (28) mehr oder weniger zufällig einen Megahit gelandet. Das ist inzwischen über drei Jahre her. Trotzdem ist der Song bzw. der Remix davon noch immer nicht aus dem täglichen Format-Radioprogramm wegzudenken. Dabei kann man schon fast von einem Unfall sprechen. Denn für eine Künstlerin wie Lykke Li ist „I follow rivers“ inzwischen Fluch und Segen zugleich, besteht doch die Gefahr, dass sie für den Rest ihrer Karriere auf dieses eine Lied festgenagelt wird, denn fröhliche Radiohits sind eigentlich nicht das Ziel ihres Songwritings.

Mit „I Never Learn“ findet nun seine Vollendung, was im Jahr 2008 mit „Youth Novels“ verheißungsvoll begann und mit „Wounded Rhymes“ (03/2011) völlig unerwartet den Massengeschmack traf. Das Ende einer angeblichen Album-Trilogie, das auf „Schmerz, Scham, Traurigkeit, Schuld und Sehnsucht“ basiert und dementsprechend düster und melancholisch daherkommt. Und trotzdem, die von Björn Yttling (Sparks, Shout Out Louds, Franz Ferdinand, Primal Scream) und Greg Kurstin (P!nk, Lily Allen, Ellie Goulding, Kelly Clarkson) produzierte Platte verfügt trotz der alles andere als heiteren Grundstimmung über zwei unschlagbare Argumente: Atmosphäre und Melodien.

Ein flüchtiger Blick auf die Tracklist lässt erst einmal den Verdacht aufkommen, dass es sich um Coverversion von Heavy-Metal-Bands handeln würde. „No rest for the wicked“, „Gunshot“, „Heart of steel“ – Ozzy Osbourne hätte seine Freude daran. Aber nichts da! Die junge Schwedin verarbeitet den Kummer einer kürzlich gescheiterten Beziehung mit eindringlichen Balladen, die sich mit viel Hall, sehnsüchtiger Stimme, bittersüßen Streichern, sehr persönlichen Texten sowie von Dramatik und Theatralik geprägten Melodien an den Hörer heranmachen – und ihn im Herzen treffen.

Lykke Li erzählt ihre Geschichten in vergleichsweise kurzen 33 Minuten und kommt damit exakt auf den Punkt. Ob in spartanisch arrangierten Stücken wie „Love me like I’m not made of stone“ oder beinahe bombastisch wirkenden Tracks wie „Never gonna love again“, der Hörer nimmt Lykke Li ihr Leiden ab, auch wenn sie dabei ein bisschen dick aufträgt. Wer so schön leidet, darf das nämlich!

Anspieltipps:

  • I never learn
  • Heart of steel
  • Just like a dream
  • Never gonna love again
  • Love me like I’m not made of stone

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