Curimus - Artificial Revolution - Cover
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Curimus Artificial Revolution


  • Label: Svart Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Death, Thrash und finnischer Melodie-Fetischismus.

Nach etlichen Demos, dem Debüt „Realization“ (2012) und so manchem Liveauftritt melden sich die Finnen Curimus mit einem zweiten Longplayer zurück. Für eine Band, die im Jahre 2014 ihren zehnten Geburtstag feiert, mögen zwei Alben vielleicht etwas mager sein, aber in der Hinsicht gibt es weitaus krassere Beispiele. Immerhin halten Marko Silvennoinen (Gesang), Juha-Matti Helmi (Gitarre), Juho Manninen (Bass) und Jari Nieminen (Schlagzeug) die Ohren steif und beißen sich weiterhin durch. Auf „Artificial Revolution“ geht es daher gewohnt zackig zu, wobei weitaus mehr auf Melodien geachtet wurde, als noch auf dem Vorgänger.

Auf „Artificial Revolution“ treffen sich moderner Thrash- und Death-Metal. Direkt mit dem Opener „Reincarnation“ zeigen Curimus, dass sie keine halben Sachen machen und bombardieren den Hörer nach einem ruhigen, atmosphärischen Intro mit Blastbeats, messerscharfen Riffs und Marko Silvennoinens Gekeife. In so gut wie jeder Komposition lassen die Musiker nicht vergessen, dass sie aus Finnland kommen: Große Melodien hinter dem Krach sowie stimmungsvolle Dunkelheit sprechen wie eh und je für die Finnische Schule, was das mächtige „No Feast For The Vulture“, „Depraved“ oder das von sphärischen Keyboards unterlegte „Faith & Obsession“ nicht wie typische Thrash-Gewitter erscheinen lässt.

Sobald sich Curimus hauptsächlich dem Death zuwenden, ist dieser enorm groovend („Faith & Obsession“), bekommt abermals eine Portion Härte obendrauf („Preachings“) oder mixt das eine oder andere Children-Of-Bodom-Gedenksolo („Free Standing Nation“) darunter. Generell kann man sagen, dass sich Fans von Soilwork oder In Flames hier direkt zu Hause fühlen werden, während sich reinrassige Thrasher der mitteleuropäischen Schule rarmachen. Ein bitterböses „Love Song“, „Born Yesterday“ oder „In The Darkness“ mehr hätte das Album definitiv gut vertragen.

Somit ist „Artificial Revolution“ ein durch und durch ordentliches Zweitwerk geworden, das zwar einige echte Höhepunkte vermissen lässt, aber ohne Frage beweist, dass die Band auf dem richtigen Weg ist und durchaus das Zeug dazu hat, sich zu steigern. Der eine oder andere interessante Einfall, gute Arbeit am Mikro und an den Instrumenten sowie die vielen Melodien, die hängen bleiben, bewahren die Gruppe vor einer drohenden Mittelmäßigkeit und sollten in Zukunft noch weiter ausgearbeitet werden. Ein Publikum sollte sie mit ihrem Mix aus Death Metal und Thrash Metal aber mit großer Sicherheit finden - so viel ist klar.

Anspieltipps:

  • Free Standing Nation
  • No Feast For The Vulture
  • Love Song
  • Preachings

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