Mekong Delta - In A Mirror Darkly - Cover
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Mekong Delta In A Mirror Darkly


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Progressiver Metal, der seinem Namen noch alle Ehre macht.

Mekong Delta waren schon immer Underdogs: Sowohl in der Thrash- als auch in der Prog-Szene fristete die Band ein Nischendasein. Wer sich aber erst einmal mit ihr beschäftigte, fand eine wahre Schatztruhe an Kreativität, Innovationen und einer überdurchschnittlichen Beherrschung der Instrumente. Nicht ohne Grund werden Mekong Delta in einem Atemzug mit den leider aufgelösten Sieges Even genannt, wenn es um die wichtigsten Frühwerke und Klassiker der deutschen Prog-Metal-Szene geht. Da ist es doch schön, dass sich Mekong Delta nach der mehr als zehnjährigen Pause mittlerweile vollkommen gefasst haben und so weitermachen, als hätte es eine solche nie gegeben. Ihr elftes Studioalbum „In A Mirror Darkly“ war deshalb so sicher wie das Amen in der Kirche.

Wenn man sich auf etwas bei Mekong Delta verlassen kann, dann darauf, dass sie wie eh und je ein wahres Feuerwerk an Musikalität auf ihre Hörerschaft loslassen. Auch in den 45 Minuten von „In A Mirror Darkly“ passiert so viel, dass man danach erst einmal Luft holen muss, um das eben Gehörte zu verdauen. Als waschechtes Genrewerk, welches das Wörtchen Prog weiterhin ernster nimmt als es so mancher Kollege tut, gehört dies auch zum guten Ton und Mekong Delta enttäuschen in dieser Hinsicht genau so wenig, wie sie es auf vergangenen Alben taten. Wer also Lust darauf hat, sich in ein Album so richtig einzufuchsen, wird hier fündig: „Hindsight Bias“, „Mutant Messiah“ oder „Janus“ lassen es warm ums Progger-Herz werden und treffen genau den richtigen Nerv, wenn es darum geht, vertrackte Arrangements mit Eingängigkeit und thrashiger Härte zu verbinden. Hier setzt die Band also klar auf ihre Trademarks, beweist ihr enormes spielerisches Talent (besonders hinsichtlich der Rhythmusfraktion) und macht es gewohnt gut - auch wenn „In A Mirror Darkly“ letzten Endes nicht als das stärkste Werk der Herren um Mastermind Ralf Hubert durchgehen kann. Dafür haben die Fans in der Vergangenheit einfach schon zu viel von Mekong Delta hören dürfen, was innovativer, spannender und abgefahrener war.

Gut bedient werden Anhänger der Gruppe aus dem westfälischen Velbert und generell Freunde, die auf zünftigen, höchst virtuosen und bisweilen extrem technischen Prog-Metal stehen, dennoch. Besonders eine Komposition wie „The Armageddon Machine“ bringt so ziemlich alles auf den Punkt, wofür die Band steht. Metal, der mit dem Skalpell komponiert wurde, wahnwitzige Soli, ein weiterer Beweis, dass Sänger Martin LeMar sicherlich einer der stärksten Sänger der Bandhistorie ist: „In A Mirror Darkly“ bietet all das und noch mehr. Und auch wenn das Album nicht an Highlights wie „The Music Of Erich Zann “ (1988), „Dances Of Death (And Other Walking Shadows)“ (1990) oder das interaktive „Pictures At An Exhibition“ (1997) heranreichen kann, so wird nach „Lurking Fear“ (2007) und „Wanderer On The Edge Of Time“ (2010) ein drittes Mal bewiesen, dass Mekong Delta immer noch überzeugen können. Fans sollten daher zugreifen und mehr als zufrieden sein, während sich Neueinsteiger erst einmal aus dem Back-Katalog einen der zahlreichen Klassiker aussuchen sollten.

Anspieltipps:

  • The Armageddon Machine
  • Janus
  • Inside The Outside Of The Inside
  • Hindsight Bias

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