Bee Gees - The Warner Bros. Years 1987-1991 - Cover
Große Ansicht

Bee Gees The Warner Bros. Years 1987-1991


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 250 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach jahrelanger Auszeit unterschrieben die Bee Gees bei Warner Bros. einen neuen Plattenvertrag und starteten ein beachtliches Comeback.

Mit der Single „You win again“ (08/1987) legten die Bee Gees nach einer zu Beginn der 80er Jahre vorausgegangenen kommerziellen sowie künstlerischen Durststrecke, die die Bandmitglieder Barry, Maurice und Robin Gibb anschließend mit Soloveröffentlichungen kompensierten, ein international sehr starkes Comeback hin. In allen wichtigen Charts belegten die Single, wie auch der kurze Zeit später veröffentlichte Longplayer „E.S.P.“ (09/1987) vordere Positionen und eröffneten damit das erfolgreiche Kapitel der „Warner Bros. Years“ – dem neuen Vertragspartner der Gebrüder Gibb.

Die Verantwortlichen von Warner Bros. vertrauten darauf, dass die Bee Gees ihre große Gabe, Welthits zu schreiben, nicht verlernt hatten und ernteten dafür mit den nach internationaler Zählweise Bee-Gees-Studioalben Nummer 17 bis 19 vor allem in Europa hohe Verkaufszahlen. Für die Produktion von „E.S.P.“ holten die Gebrüder Gibb nach zwölf Jahren den elffachen Grammy-Gewinner Arif Mardin (Queen, Aretha Franklin, Bette Midler, Phil Collins) als Produzenten zurück, der den Bee Gees den Falsettgesang ein wenig austrieb und eine neue Arbeitsweise was das Komponieren und Aufnehmen der Songs betrifft, ans Herz legte. Mit dem Ergebnis konnten am Ende alle zufrieden sein. Die Verkaufszahlen waren stattlich (sie dürften inzwischen bei rund 4,5 Millionen Einheiten liegen) und die Fans bekamen ein solides Pop-Album geboten, das zumindest einen neuen Welthit enthielt.

Keine zwei Jahre nach „E.S.P.“ erschien mit „One“ (04/1989) das 18. Studioalbum der Bee Gees. Die Arbeit dafür nahmen sie bereits Anfang 1988 auf, doch wegen des überraschenden Todes von Andy Gibb, wurden die Aufnahmen für mehrere Monate unterbrochen. Also Produzent von „One“ kam mit Brian Tench (Bill Wyman, Peter Frampton, OMD, Tina Turner, Midge Ure) der Co-Produzent des „E.S.P.“-Albums zum Zuge. Wiederum verkaufte sich das Album in Europa viel besser als in Nordamerika, obwohl der als Single ausgekoppelte Titeltrack die Top 10 der Billboard Charts knackte. Insgesamt wurden fünf Songs als Singles ausgekoppelt, die sich insgesamt aber schwer taten.

Nach dem letzten Studioalbum für Warner Bros., „High Civilization“ (03/1991), gab es für die Bee Gees keinen Grund, den ausgelaufenen Vertrag mit der amerikanischen Plattenfirma zu verlängern. Diese machte, vielleicht aus Enttäuschung über die US-Absätze der beiden Vorgänger, in den USA so gut wie keine Werbung für das Werk, das daraufhin sogar den Billboard-Chart-Eintritt verfehlte. Die Produktion hatte der eigentlich als Toningenieur arbeitende Femi Jiya (Cyndi Lauper, Meat Loaf, Stevie Wonder, Ben Harper, Simply Red) übernommen. Die Songs waren elektronischer und tanzbarer und mit „Secret love“ gab es in Europa erneut einen Top-Hit zu vermelden.

Mit dem nun vorgelegten Box-Set „The Warner Bros. Years 1987-1991“ wird dieser Karriereabschnitt der Bee Gees preisgünstig und kompakt zusammengefasst. Die Alben „E.S.P.“ und „One“ erhielten zusammen neun Bonus Tracks (zumeist Single-B-Seiten), während „High Civilization“ zwar ohne zusätzliche Stücke auskommen muss, dafür aber komplett neu, nach dem Geschmack der Bee Gees (also dem einzig noch lebenden Bandmitglied Barry Gibb), gemastert wurde. Als Bonus wurde der bis dato nicht auf CD veröffentlichte „One For All Concert 1989“-Live-Mitschnitt aus dem australischen Melbourne mit in die Box gepackt, der ebenfalls mit generalüberholtem Sound glänzt. Einziges Manko: Die CDs sind lediglich in Papphüllen untergebracht und Booklets gibt es keine. Auch die Gestaltung der Box ist eher nüchtern geraten. Aber für Freaks, Fans und Sammler ist „The Warner Bros. Years 1987-1991“ trotzdem eine nette Sache, zum Beispiel dann, wenn man die Alben aus den 80er Jahren bis jetzt nur auf Vinyl besitzt.

Anspieltipps:

  • One
  • E.S.P.
  • Secret love
  • You win again
  • Ordinary lives
  • Happy ever after
  • Wish you were here
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Bee Gees“
comments powered by Disqus