The Black Keys - Turn Blue - Cover
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The Black Keys Turn Blue


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles beim Alten? Mit dem achten Studioalbum zeigen The Black Keys erneut, warum sie so erfolgreich sind.

13 Jahre Bandgeschichte, diverse Grammys, ausverkaufte Welttourneen: The Black Keys kommen kaum zur Ruhe. Immerhin nehmen sich Frontmann Dan Auerbach und Schlagzeuger Patrick Carney dieses Mal ein bisschen Zeit: drei Jahre, um das mittlerweile achte Studioalbum zu veröffentlichen und sieben Minuten für den Opener dieses Werks. „Weight of love“ lässt in seiner vollen Länge nichts vermissen - weder eine gewisse lyrische Schwere (die mit der Leichtigkeit, mit der die Instrumente bedient werden, aufgewogen wird), noch den Blues, der von Auerbachs Stimme getragen wird. Im Anschluss folgen zehn Songs, die pausenlos verbinden, was eigentlich nicht zusammenpassen mag: ein bisschen Futurismus, ein bisschen zeitgenössische Kunst und ein bisschen Nostalgie.

Und damit sind wir schon bei der Stärke der Amerikaner angelangt. Denn von Anfang an hatten sich The Black Keys eine schwierige Aufgabe gestellt. Nach Lo-Fi sollten ihre Platten klingen, denn das Markenzeichen des Duos besteht sicherlich darin, perfekt unperfekte Musik zu machen. Gleichzeitig sollte die Qualität der beiden Musiker ohne jegliche Einbußen zum Vorschein kommen. Was fast unmöglich klingt, hat in der Vergangenheit wunderbar geklappt und ist auch auf Album Nummer acht gelungen. Mit daran beteiligt war erneut Danger Mouse (Brian Burton), der auch an diversen Vorgängern („El Camino“, „Brothers“) mitgearbeitet hatte. Ihm ist es wohl auch zu verdanken, dass vermehrt psychedelische, tranceartige Momente auftauchen, die sich im (allzu bunten) Cover widerspiegeln. Sie machen das Album insgesamt vielleicht einen Touch düsterer, als wir es von den Black Keys in den vergangenen Jahren gewohnt waren. Vielleicht deshalb auch „Turn Blue?“

Die Betonung liegt jedoch hier auf dem kleinen Hauch, denn insgesamt weht der Wind noch immer in dieselbe Richtung und das ist nach so vielen Jahren und so vielen Alben sicherlich bemerkenswert. Da sind das einprägsame Songwriting Dan Auerbachs, die exzessiven Gitarrensolos (z.B. in „In our prime“), da ist der Blues, der sich in allen elf Titeln mal geschmeidig, mal kratzig in den Rock einwebt. Das Duo scheint zu verstehen: Es ist wohl kaum möglich und indes auch nicht wünschenswert, immer dieselbe Musik zu machen. Vielmehr sollte es darum gehen, auch bei Weiterentwicklungen das Niveau zu halten und seinen Grundprinzipien treu zu bleiben.

The Black Keys wissen nach wie vor, wie das geht und sie wissen umso mehr, wie sie ihre Fans erreichen. Kein geringerer als Mike Tyson machte die Welt auf das neue Album aufmerksam, indem er auf seinem Twitter-Account einen Link zum Album-Teaser veröffentlichte. Es folgte „Fever“ als Single-Auskoppelung und schließlich „Turn Blue“, dem Album gleichnamig. Entstanden waren alle diese Aufnahmen hauptsächlich in Hollywood und zwar bereits im vergangenen Sommer. Doch auch ein Club in Michigan und Dan Auerbachs eigenes „Easy Eye Sound“-Studio fungierten als Schauplätze zur Einspielung einer neuen, fantastischen Platte. Insgesamt gibt es wenig zu meckern. Wer sich überzeugen möchte, sollte mit für die Band typischen Songs wie „Bullet in the brain“ oder dem Abschluss des Album „Gotta get away“ beginnen.

Anspieltipps:

  • Weight of love
  • Turn Blue
  • Fever
  • Bullet in the brain
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