Ray LaMontagne - Supernova - Cover
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Ray LaMontagne Supernova


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein scheinbar aus der Zeit gefallenes Album mit freundlicher Unterstützung von Dan Auerbach (The Black Keys).

Dreieinhalb Jahre liegt das „God Willin’ & The Creek Don’t Rise“-Album inzwischen zurück, mit dem Ray LaMontagne (40) den dritten Platz der amerikanischen Billboard Charts erklomm und für drei Grammys nominiert wurde. Den daraus resultierenden Rummel musste der Singer/Songwriter erst einmal verarbeiten, woraus eine etwas längere Pause wurde, die nun beendet ist. Denn mit „Supernova“ meldet sich der begnadete Komponist und Geschichtenerzähler zusammen mit prominenter Unterstützung endlich zurück.

Als Produzent fungierte nämlich Dan Auerbach (Sänger und Gitarrist der Black Keys), der sich in den vergangenen Jahren mit der Betreuung von Alben so unterschiedlicher Künstler wie u.a. Grace Potter & The Nocturnals, Dr. John, Michael Kiwanuka, Hanni El Khatib und Bombino ausgezeichnet hat und auch das sehnlichst erwartete Zweitwerk von Lana Del Rey (Arbeitstitel „Ultraviolence“) produzieren wird. Auerbach hat sich im vergangenen Jahr mit Ray LaMontagne in seinem Easy Eye Sound Studios in Nashville eingesperrt, um dessen fünftes Studioalbum einzutüten, ohne dem Kollegen die Fesseln eines Top-Produzenten anzulegen. Nichtsdestotrotz rang Auerbach LaMontagne eine für ihn neuartige Spontanität ab, die sich in den Songs deutlich hörbar ausdrückt.

Schon der Opener „Lavender“ überrascht mit hallenden Sixties-Klängen, während das akustische „Airwaves“ irgendwo zwischen 70er-Jahre-Soul und dem relaxten Sound eines Jack Johnson pendelt. Schon hier ist klar: Dan Auerbach hat Ray LaMontagne die Popmusik und eine kompositorische Lockerheit nähergebracht, die man in der Vergangenheit nicht mit Ray LaMontagne in Verbindung gebracht hätte. Überhaupt scheinen dabei die 60er Jahre die stilprägende Inspiration gewesen zu sein, wie auch das mit heiserer Stimme und nervösen Blues-Rhythmen daherkommende „She’s the one“ oder das psychedelisch angehauchte „Pick up a gun“ zeigen.

Diesem Sixties-Sound bleibt „Supernova“ bis zum Schluss treu. Dabei zeigt sich der 40-Jährige in „Julia“ von seiner rockigen und in „No other way“ von seiner Americana-Seite, während der Titeltrack eine astreine Flower-Power-Hymne darstellt und „Ojai“ die wohl einschmeichelndste Melodie des Albums aufbietet. Damit verabschiedet sich Ray LaMontagne zwar von der Gänsehaut-Atmosphäre seiner frühen Werke, landet aber mit der Hilfe Dan Auerbachs in einer musikalisch interessanten Parallelwelt, die nicht erst seit „Sun Structures“ von Temples zu gefallen weiß.

Anspieltipps:

  • Airwaves
  • Supernova
  • Pick up a gun
  • No other way
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