Pixies - Indie Cindy - Cover
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Pixies Indie Cindy


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch ohne Kult-Band-Bonus: „Indie Cindy“ ist eine gelungene Rückkehr in die seligen 90er Jahre.

Dass sich die im Jahr 1993 offiziell aufgelöste Indie-Rock-Band Pixies um Frontmann Black Francis (49) zehn Jahre später noch einmal zusammentat, um gemeinsam auf Tournee zu gehen, lässt sich allein aus finanziellen Gründen nachvollziehen. Dass die Band aber weitere zehn Jahre später mit „Indie Cindy“ sogar ein neues Studioalbum als Nachfolger des 1991er (!) Werks „Trompe Le Monde“ (09/1991) eingespielt hat, dürfte kaum jemand auf dem Zettel gehabt haben.

Das nunmehr fünfte offizielle Studiowerk der amerikanischen Underground-Helden erschien im Zeitraum von September 2013 bis März 2014 bereits häppchenweise in Form von drei EPs, die nun noch einmal als Longplayer zusammengefasst wurden. Produziert hat Gil Norton (Feeder, Maximo Park, Dashboard Confessional, Jimmy Eat World), der bereits an den „Doolittle“-, „Bossanova“- und „Trompe Le Monde“-Alben von 1989 bis 1991 beteiligt war. Dabei standen die Vorzeichen für neue Musik von den Pixies eher schlecht, da zum Schrecken aller Fans Bassistin Kim Deal die Pixies im Juni 2013 verlassen hatte. Doch mit der Argentinierin Paz Lenchantin (u.a. Zwan, Melissa Auf Der Maur, Queens Of The Stone Age) haben die Pixies erfahrenen Ersatz für Kim Deal gefunden, die allerdings auf „Indie Cindy“ nicht zu hören ist. Den Bass-Part übernahm Simon Archer (The Fall, PJ Harvey).

Wer als großes Vorbild von Grunge-Ikone Kurt Cobain (Nirvana) galt, muss natürlich amtlich laut und gegen den Strich gebürstet aus den Boxen poltern, so wie im Opener „What goes boom“ zu hören. Laut/Leise-Variationen, Gitarrenriffs wie Abrissbirnen und irgendwo unter der rauen Kruste wird ein eingängiger Refrain versteckt. Ja, der gute Kurt hatte schon sehr genau aufgepasst, was die Pixies damals in den 80er Jahren getrieben hatten. Und sie treiben es auch noch heute!

Titel wie „Greens and blues“ oder auch „Indie Cindy“ sind reinster Wohlklang. Zwar mit kratzigen Vocals, jaulenden Gitarren und prägnanten Texten ausgestattet, aber sie klingen wie früher, als die Pixies aus Boston die Vorläufer von Grunge und Alternative Rock aus Seattle waren. Und genauso grandios klingt ein nervös tänzelnder Bastard wie „Bagboy“ dann auch: Als wäre jetzt 1994 und nicht 2014. Auf ähnliche Weise walzt „Blue eyed Hexe“ mit scheppernden AC/DC-Drums und irrlichternden Gitarrenriffs durchs Unterholz, während „Ring the bell“ auch R.E.M. Pate gestanden haben könnte.

Lediglich „Magdalena 318“, „Silver snail“ und „Andro queen“ schlurfen etwas verloren und ohne Drall durch die Gegend. „Another toe in the ocean“ klingt dagegen zu sehr nach den Foo Fighters, wobei - haben nicht auch die Foo Fighters immer wieder ein bisschen von den Pixies geklaut? Von daher: Passt schon. Allerdings geht dem Werk zum Ende etwas die Luft aus. Denn auch „Snakes“ ist kein Meisterwerk. Mit „Jaime bravo“ gibt es dennoch einen versöhnlichen Rausschmeißer, der „Indie Cindy“ trotz drei oder vier schwächerer Stücke mit einer kleinen Portion Kult-Band-Bonus hochdekoriert über die Ziellinie schubst.

Anspieltipps:

  • Bagboy
  • Indie Cindy
  • Ring the bell
  • Blue eyed Hexe
  • Greens and blues
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