Miasmal - Cursed Redeemer - Cover
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Miasmal Cursed Redeemer


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Kompakter Retro-Death-Metal mit „Play first, think later“-Philosophie.

Wenn es jedes Mal einen Euro gäbe, wenn in einem Pressetext die Phrase „Kein Bullshit-Metal“ auftaucht oder die PR-Abteilung mit hübschen Worten versucht, vollkommen belangloses Studiomaterial in den Himmel zu loben, dann müsste sich der Verfasser dieser Zeilen zumindest nicht über diese immer gleichen Worthülsen ärgern und könnte sich einen Schredder für derartigen Unfug zulegen. Im Falle von Miasmal steckt ausnahmsweise aber einmal mehr dahinter als nur eine Aneinanderreihung von ungerechtfertigten Superlativen und aufgewärmtem Nonsens, denn die Herrschaften Pontus (Gesang, Gitarre), Magnus (Gitarre), Ruben (Bass) und Björn (Schlagzeug) sind gemessen an ihrem Nachfolger zum selbstbetiteltem Debüt (07/2011) wirklich nur „einfach vier Typen, die brutale Musik ohne Gnade, ohne Reue und ohne Kompromisse raushauen.“

Das ist in einer Zeit, wo jede zweite Retroband dasselbe Ziel verfolgt, natürlich auch nicht gerade das Ei des Kolumbus, aber zumindest lässt einen der mit acht Tracks recht dünn ausgestattete Longplayer nicht nach dem starken, titelgebenden Auftakt gleich im Regen stehen. Dieser schlägt nämlich sofort als wuchtiges Death Metal-Brett in die Synapsen ein und hält den Blutzoll im Moshpit mit Punk-Anleihen und heiseren Growls stets am Anschlag, während „Call of the revenant“ das Geschehen als unaufhörliches Gewitter aus Donnergrunzen und Riffblitzen weiter vorantreibt. Schnörkellos und ohne unnötigen Zierrat geht es auch in den nächsten Tracks weiter, selbst wenn diese durch ihre geradlinige, stets nach vorne bolzende Struktur nach einiger Zeit Ermüdungserscheinungen aufweisen („A veiled remembrance“, „Frozen in time“).

„Whisky train“ hingegen unternimmt zur Auflockerung kürzere Doom-Exkurse, „Excelsior“ macht als grummeliger und direkter Old School-Brocken mit minimalen Sludgecore-Tendenzen keine Gefangenen und wenn in „Until the last“ oder „2013“ ein Gitarrenduell zwischen Pontus und Magnus entbrennt, weiß man zu 100 Prozent, dass Miasmal auf ihrer kommenden Tour mit Morbus Chron und Vampire die Könige des Moshpits sein werden. „The goal was to simply play old school death metal under influence from Autopsy, Entombed, Bolt Thrower and the likes.” - Angesichts der zackig-kurzweiligen, wenn auch nicht unbedingt zukunftsweisenden Darbietung des Vierers auf dessen Zweitwerk „Cursed Redeemer“ lässt sich auf jeden Fall verlautbaren: „Mission accomplished!“

Anspieltipps:

  • 2013
  • Until The Last
  • Cursed Redeemer

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