Luke Sital-Singh - Nothing Stays The Same EP - Cover
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Luke Sital-Singh Nothing Stays The Same EP


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 16 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik, die unter die Haut geht. Kurz, aber wirklich gut.

Alle Wege führen nach Rom. Außer man ist auf der Suche nach Singer/Songwriter-Talenten. Die sind am ehesten in London zu finden. Und diese Stadt hat ein neues Wunderkind zu bieten, auch wenn man sich bisher vielleicht gefragt hat: Wer ist eigentlich dieser Luke Sital-Singh? Oder, falls zuerst Musik, dann Name aufgetaucht sind: Wer singt denn da so herzzerreißende Zeilen wie „cry your eyes out, fill your lungs up“? Während die Radiosender das dazugehörige Lied „Nothing stays the same“ längst in ihr Repertoire aufgenommen haben, fallen einem gleich noch ein paar andere Fragen ein: Warum haben wir in Deutschland bisher kaum etwas von diesem jungen Talent mitbekommen?

Mit der kleinen Anzahl an Songs ist die „Nothing Stays The Same“-EP allzu schnell durchgehört, obwohl sie durchaus Lust auf mehr macht. Mehr von diesem augenscheinlich talentierten Sänger mit der prägnanten, aber klaren Stimme, der sicherlich Ideen für mehr als sechzehn Minuten hätte. Das hat er bereits auf verschiedenen Festivals und als Opener von Martha Wainwright, Kodaline und den Villagers bewiesen.

Ein paar andere Antworten lassen sich dagegen leichter finden: Luke Sital-Singh ist 26 Jahre jung und in einem Vorort Londons (wie gesagt, wo auch sonst!) aufgewachsen. Damit reiht er sich ein in die Liste der zahllosen talentierten Songwriter der britischen Hauptstadt, auch wenn er selbst einige der größten Künstler, darunter Bruce Springsteen, Neil Young und Josh Ritter, zu seinen Einflüssen zählt. In Londoner Clubs hat sich der Brite bereits eine Fangemeinde erspielt und ist auf kleine Tourneen gegangen.

So langsam schwappt seine Musik auch zu uns aufs Festland rüber. Zu Recht. Die Stimme und das Songwriting von Luke Sital-Singh haben wir bereits ausführlich gewürdigt, bleiben die Instrumentenvielfalt und die Feinfühligkeit zu loben, die in allen vier Songs vorhanden sind. „Nearly morning“, das zweite Stück, ist zwar etwas ruhiger und weniger dramatisch als der Vorgänger, versprüht aber eine ähnliche Sensibilität und geht unter die Haut. „How to lose your life“ baut sich langsam auf und endet in einem emotionalen Finale. Das letzte Lied „Tornado town“ beginnt mit den Worten „Nothing has changed, we’re still the same“ und steht damit im Widerspruch zur ersten Single. Das gilt jedoch nur für den Text, denn alles in allem rundet der ruhige Song die kleine Platte sehr schön ab.

Und eine Sache ist ganz neu: „Nothing Stays The Same“ (in England als „Tornados EP“ veröffentlicht) ist die erste EP, für die der junge Sänger ein Majorlabel auf seine Seite ziehen konnte. Das macht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass er in Zukunft mehr Hörer erreicht und damit die Unterstützung und Chance erhält, einen Longplayer vorzustellen. Keine Zweifel, dass dieses Werk ein besonderes wäre. Doch bis es soweit ist, können sich alle, die er jetzt schon an der Angel hat, die beiden Vorgänger-EPs zu Gemüte führen: „Old Flint“ und „Fail For You“ heißen diese, wurden von dem Briten selbst produziert und beinhalten ebenfalls jeweils vier Songs. Insgesamt ergeben diese drei EPs dann also zwölf Lieder - das ist doch fast so gut wie ein komplettes Album.

Anspieltipps:

  • Nothing stays the same
  • Nearly morning
  • How to lose your life
  • Tornado

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