Raphael Gualazzi - Happy Mistake - Cover
Große Ansicht

Raphael Gualazzi Happy Mistake


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 68 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Eurovision Song Contest“-erprobter Jazz-Pop aus Italien.

Der ehemalige Schlager-Grand-Prix („Grand Prix Eurovision de la Chanson“), inzwischen als Eurovision Song Contest etabliert, fördert seit 1956 neben allerhand schrägem Zeug, auch immer wieder Talente zutage, die mehr können, als mit einem Song ganz Europa zu begeistern und danach nie wieder gesehen bzw. gehört zu werden. Vor drei Jahren belegte zum Beispiel der Italiener Raphael Gualazzi einen sensationellen zweiten Platz mit dem Titel „Madness of love“, während Titelverteidigerin Lena Meyer-Landrut mit „Taken by a stranger“ gerade einmal auf den zehnten Platz kam.

Mit Jazz auf Platz zwei. Das ist schon ein Ding. Doch Raphael Gualazzi interpretiert Jazzmusik eben nicht in seiner puristischen Urform, sondern öffnet das Genre in alle Richtungen, von Pop und Ragtime, über Soul und Ska, Rock und Swing bis hin zu Songwriter-Piano-Pop à la Ben Folds und dezenten Electro-Einschüben. Mit einer Mischung aus auf Italienisch und Englisch gesungenen Titeln ergibt sich daraus auch auf Gualazzis drittem Album „Happy Mistake“ eine hoch-rhythmische Songsammlung mit viel italienischem Charme.

Es muss also nicht immer nur Schlager-, Pop- und Rockmusik aus Italien sein. Auch der wildwüchsige Jazz des 32-Jährigen kann überzeugen. Ob solo am Piano („Improvvisazione Su Tempi Di Amarcord), mit großem Orchester-Pomp („Il mare“) oder als Duettpartner der Puppini Sisters („Welcome to my hell“), Raphael Gualazzi erledigt die immerhin 18 Songs der europäischen Deluxe Ausgabe von „Happy Mistake“ mit großer Spielfreude und einer stilistischen Bandbreite, wodurch zu keiner Zeit Langeweile aufkommt.

Gualazzis virtuoses Pianospiel ist dabei der eindeutige Fixpunkt, doch auch der latente Schalk im Nacken, mit dem der Italiener dem Jazz den Schrecken austreibt, trägt dazu bei, dass sich auch derjenige Hörer diesem Album nähern kann, der ansonsten einen riesen Bogen um alles macht, was auch nur irgendwie mit Jazz in Verbindung gebracht wird.

Anspieltipps:

  • I’m tired
  • Il Mare (La Mer)
  • Un Mare In Luce
  • L’amie D’Un Italien
  • Seventy days of love
  • Improvvisazione Su Tempi Di Amarcord
Neue Kritiken im Genre „Jazz-Pop“
Diskutiere über „Raphael Gualazzi“
comments powered by Disqus