Riot Horse - This Is Who We Are - Cover
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Riot Horse This Is Who We Are


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 66 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieser Hengst galoppiert durch Hard-, Southern- und Stoner-Rock. Und er galoppiert richtig gut!

Nachdem seine Band Sons Of Tomorrow im Jahr 2006 auf Eis gelegt wurde, kontaktierte der Däne Nille „Neil“ Schüttmann flugs diverse Musiker für sein neues Projekt. Erst 2011 fand sich ein konstantes Line-up für Riot Horse, welches in seiner jetzigen Form aus Meister Schüttmann (Gitarre), Andreas Sydow (Gesang, Ex-Darkane), Jonas Langebro (Schlagzeug) und Joacim Sandin (Bass) besteht. Das Ergebnis von Schüttmanns Idee einer klassischen Heavyrock-Band, präsentieren er und seine Kollegen nun auf dem Debüt „This Is Who We Are“. Und dieses ist eine echte Entdeckung wert!

Wenn es eine Band schafft, nicht nur nicht in der Masse der zahlreichen Retro-Rocker unterzugehen, sondern auch noch eine ganz eigene Duftnote versprüht, dann ist sie schon mal auf dem richtigen Weg. Und genau eine solche Gruppe sind Riot Horse. Hie haben wir ein wenig Led Zeppelin, da ein wenig The Black Crowes und dann auch die Unbeschwertheit von Acts wie beispielsweise den Georgia Satellites. Ob nun „Get Your Hands Up“, das folgende „Bring 'Em On“ oder das Groove-Ungetüm „Miss Mississippi“ - Riot Horse wissen, wohin sie mir ihrem Mix aus Hard- und Southern-Rock wollen. Leichtherzige Rocker wie „Going Undercover“ und „You Took My Soul“ stehen in einem direkten Kontrast zu den tonnenschweren Riff-Monstern „Starlight“, „My Mountain“ oder „Didn't See It Coming“, welche teilweise sogar die Nähe zum Stoner-Rock suchen und den tobenden Gaul über staubige Steppen galoppieren lassen. Beide Seiten stehen der dänisch-schwedischen Freundschaft, wobei es aber gerade die zünftige Gangart ist, welche Riot Horse von ihrer besten Seite zeigt.

So ist das Schlusslicht „Medicine Man“ ein echte Ansage, die nicht nur mehrere Themen und Stimmungen abgrast, sondern sich von einem coolen Südstaaten-Rocker zu einer Eruption aus Musikalität mausert. In letzterer Hinsicht können die Herren besonders mit dem fast schon progressiv und hin und wieder auch bluesig anmutenden „Shine“ und „Torn“ punkten, von denen beide einen verspielten Flirt mit Deep Purple eingehen. Die allergrößte Überraschung von „This Is Who We Are“ ist dann aber die Ballade „Hold Me“ - hier wäre es so leicht gewesen, den Song als typischen Country-Schmachtfetzen zu versauen. Stattdessen zaubern Riot Horse eine basslastige, von sphärischen Keyboards getriebene Nummer voller Melancholie. Die Musiker greifen letzten Endes nicht nur zu großen Gitarrensoli, sondern erinnern sich auch stets daran, wann sie reduziert eingesetzt werden müssen und wann nicht. Das Ergebnis ist eine echte Ausnahme-Ballade und die stärkste Nummer des Albums.

Ihre Qualitäten beweisen die Cowboys von Riot Horse zu jeder Zeit: Virtuosität, ein Näschen für coole Melodien sowie das so unglaublich essentielle Quäntchen an Eigenständigkeit, wenn man sich klanglich in die Vergangenheit begeben will. Und ganz besondere Beachtung verdient der Gesang Andreas Sydows, der nach seiner Arbeit bei der Thrash- und Death-Metal-Kapelle Darkane beweist, welch enormen stimmlichen Umfang er besitzt. Somit wird „This Is Who We Are“ ein echter Überraschungshit, welchen wahrscheinlich nur die Allerwenigsten auf dem Schirm gehabt haben. Eins steht jedoch fest: Nachdem Riot Horse eine exklusive Wildcard für das Sweden Rock Festival ergattern konnten, werden sie schnell von sich reden machen und überzeugen. Fazit: „This Is Who We Are“ ist ein fantastisches Debüt!

Anspieltipps:

  • Bring 'Em On
  • Shine
  • Hold Me
  • Torn
  • Medicine Man

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