The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project - Axels & Sockets - Cover
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The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project Axels & Sockets


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch der dritte Teil des ungewöhnlichen Projekts weist über das reine Tribut zollen hinaus.

The Gun Club war die Kultband schlechthin, die zu Beginn der 80er-Jahre auf den Plan trat. Sie war die Schnittstelle von Punk zu Americana und gab dem Blues die Euphorie und den Schmutz zurück. Mastermind, Sänger und Gitarrist Jeffrey Lee Pierce verkörperte die Konstante in den wechselnden Besetzungen. Leider verstarb er bereits 1996 im Alter von gerade mal 37 Jahren an einem Hirnschlag, der ihn als Folge seiner Drogen- und Alkoholsucht heimsuchte. Unter Kollegen geschätzt, blieb ihm der ganz große Publikumserfolg auch während seiner Solo-Jahre versagt. Einer jener Kollegen war Tony Chmelik alias Cypress Grove, mit dem er 1992 ein Album aufgenommen hat.

Tony Chmelik war es auch, der eine Cassette mit Demoaufnahmen, Songskizzen, Soundschnipseln, Texten und Riffs fand, die schließlich zu The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project führte. Ein ziemlich einzigartiges Unterfangen und vielmehr als Tribut-Alben sind dabei herausgekommen, davon legen die beiden ersten Teile „We Are Only Riders“ und „The Journey Is Long“ Zeugnis ab. Wie sehr Pierce verehrt wurde, lässt sich anhand der bisher Beteiligten ablesen. Keine Geringeren als Nick Cave, Debbie Harry, David Eugene Edwards (Wovenhand), Lydia Lunch, Mark Lanegan, Tex Perkins, The Raveonettes, Hugo Race und einige andere formten aus jenem Nachlass fertige Songs und hielten damit den Spirit von Jeffrey Lee Pierce am Leben. Auf einigen Titeln wurde sogar Stimme und/oder Gitarrenspiel von Pierce selbst miteingebunden.

Auch der dritte Teil versammelt wieder Altbekannte sowie Neulinge, die sich am Output des verkannten und schlampigen Genies versuchen. Gleich zu Beginn wird geklotzt, wenn Iggy Pop auf Nick Cave und Thurston Moore trifft oder Debbie Harry mit The Amber Lights und wiederum mit Nick Cave antritt. Als weiteres Highlight kommt die „Kisses For My President“-Version von der wunderbaren Andrea Schroeder daher. Noch jüngere Acts wie Black Moth und Honey zeigen, dass auch die nachwachsende Generation den Außenseiter zu würdigen versteht. Sie transportieren jenen wilden Punk-Blues aus den Anfangstagen des Gun Club in die Gegenwart.

Auch der dritte Akt des Jeffrey Lee Pierce Sessions Project geht über das bloße Tribut zollen hinaus und formt mit unterschiedlichsten Herangehensweisen Titel, die ganz im Geiste von Pierce tönen und seine Facetten ins Licht oder jene Dunkelheit rücken, in denen er seine fiebrigen Fantasien und Alpträume auslebte. Ein viertes, finales Volumen ist angekündigt und wird sicherlich wieder alte und neue Geister heraufbeschwören, ganz im Sinne jenes unsterblichen Ramblin‘ Jeffrey Lee.

Anspieltipps:

  • Nobody’s City - Iggy Pop with Nick Cave (feat. Thurston Moore)
  • Into The Fire - Nick Cave & Debbie Harry
  • Thunderhead - Kris Needs Presents…Honey
  • Kisses For My President - Andrea Schroeder
  • The Journey Is Long - Lydia Lunch & Jeffrey Lee Pierce

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