Peter Piek - Cut Out The Dying Stuff - Cover
Große Ansicht

Peter Piek Cut Out The Dying Stuff


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein deutscher Musiker geht seinen Weg... teilweise.

Wer Peter Piek kennt, der wird dem Maler, Musiker und Kulturmenschen mit der androgynen Gesangsstimme hier und da bestimmt gerne mal eine abgehobene Natur unterstellen. Dabei spiegelt sich gerade in der Musik des Chemnitzers ein gewisser Hang zu Konventionen wider. Das ist an und für sich nicht schlimm, denn gerade die Mischung aus Singer/Songwriter-Pop und den gewählten Rhythmen, die dem Trip-Hop entsprungen sein könnten, sorgt für einen angenehmen und warmen Klang, der Parallelen zu den minimalistischen Momenten des nächsten Coldplay-Albums ziehen lässt.

Allerdings bekommt Piek, wie Coldplay, nicht immer die Kurve bei diesem Unternehmen und verliert sich in Langeweile-Pop. Wo Coldplay blind Trends zu folgen scheinen, stellt sich jedoch wirklich die Frage, wer vom Titeltrack „Cut Out The Dying Stuff“ begeistert sein soll. Auch die deutschsprachige Nummer „Analyse“ passt nicht nur wegen des Sprachwechsels nicht ins Konzept. Harmlos geradliniger Pop mit etwas Ohrwurmpotenzial ist Welten von intelligentem Pop in „Alive“, „Left Room“ und starken Balladen in Form eines „Brooklyn Lullaby“ oder des lieblichen „Green“ entfernt.

Beim inzwischen dritten Album sollte davon auszugehen sein, dass der Künstler um seine Stärken weiß. Auf der anderen Seite passt das Coldplay-Beispiel erneut wie die Faust aufs Auge. Musiker wollen sich entwickeln und experimentieren. Ohne solche Versuche würden wir Hörer schließlich auch nichts Neues serviert bekommen. Da Trip-Hop inspirierter Pop mit Singer/Songwriter-Fokus allerdings sowieso nicht so im Rampenlicht steht, ist es schade, dass Peter Piek sich nicht einfach auf diese Genre-Mixtur gestürzt hat. Der Opener wie auch besagtes „Alive“ sind gelungene Ausflüge in diese Richtung und machen Lust auf mehr, die im Laufe des Albums jedoch nicht häufig genug befriedigt wird.

Piek wird schnell zu poppig („Ti O O“) oder lässt anfangs großartig erscheinende Mischungen aus Beats und Rock zu generischem Indie-Rock verkümmern. „Cut Out The Dying Stuff“ ist eines dieser Alben, welches sich regelmäßig selbst ausbremst. Die Ansätze stimmen oftmals, doch nur selten erfüllt es die Ansprüche, die es selbst stellt. Anstatt einer nachdenklich emotionalen, aber trotzdem dank Beats meist treibenden und nie drögen LP, entsteht letztlich doch der Eindruck eines gezogenen Mittelmaß-Albums, welches mit Höhepunkten überrascht und nicht mit verschmerzbaren Ausrutschern.

Anspieltipps:

  • Alive
  • If This Is The End
  • Green

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7.5/10

Mit Den Zehen Am Abgrund
  • 2019    
Diskutiere über „Peter Piek“
comments powered by Disqus