Nikki Yanofsky - Little Secret - Cover
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Nikki Yanofsky Little Secret


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine 20-Jährige mischt die Jazzgemeinde auf.

Nikki Yanofsky hat ein kleines Geheimnis und ein großes Talent. Mit ihren 20 Jahren verbindet sie auf ihrem neuen Album Jazz (im klassischen Sinne) mit Soul, R&B und Pop. Das tut sie nicht aus Unwissen oder mangelnder Entscheidungsfähigkeit. Sie tut es, da sie ihre Lieblinge, unter anderem Ray Charles und Ella Fitzgerald mit ihrem eigenen Sound vermischen möchte und sie tut es, indem sie sich prominente Unterstützung mit Erfahrungswerten ins Boot holt: Rob Kleiner, der bereits für Flo Rida und David Guetta gearbeitet hat, half ihr beim Songschreiben. Quincy Jones, eines ihrer größten Vorbilder, fungierte als Mentor und Produzent, nachdem sie in den Jahren zuvor gemeinsam mit seiner Bigband aufgetreten war.

Dass bei diesen Einflüssen und dem ganzen Beistand ein Album herauskommt, das sich nur schwer einer Richtung zuordnen lässt, ist verständlich. Doch zum einen sollte nicht vergessen werden, dass es von besonderer Bedeutung ist, wenn unterschiedliche Menschen, die in den verschiedensten Genres erfolgreich waren, alle an einen glauben. Zum anderen sollte man bedenken, dass Nikki Yanofsky vermutlich nie vor hatte, sich festzulegen. Zu wandelbar ist sie, zu flexibel, als dass sie nur einen Sound ihren eigenen nennen müsste.

Das wird spätestens klar, wenn man ihrem kleinen Geheimnis auf die Schliche kommt. Im Song „Something new“ verstecken sich nicht nur ein paar Hooks eines Songs ihres Mentors, es sind auch Momente aus Herbie Hancock‘s „Watermelon man“ wiederzufinden. Wer genau hinhört, wird selbst eine Interpretation eines Doors-Klassikers auf dem Album finden. Ihre beeindruckende Stimme ist eingebettet in Bigband-Elemente, Scat-Soli und Clubbeatz, mal singt sie vom „Necessary evil“, mal säuselt sie: „You mean the world to me“.

Nein, Nikki Yanofsky wird nicht müde, alle Richtungen auszuprobieren, zu interpretieren, nur um dann doch wieder den Stil zu wechseln. Am beeindruckendsten ist jedoch ihre Gabe, diese verschiedenen Einflüsse zu einem großen Gebilde zusammenzufügen. Am Ende der knapp vierzig Minuten herrscht nicht das Gefühl, verschiedene Richtungen gehört zu haben. Man ist sich eben nur nicht ganz sicher, welche man denn nun gehört hat. Die 20-Jährige hat es also geschafft, einen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Dadurch könnte es ihr gelingen, Fans verschiedener Richtungen für sich zu gewinnen. Was fehlt ist einzig und allein der Hit, mit dem sie die breite Masse trifft.

Anspieltipps:

  • Something new
  • Waiting on the sun
  • necessary evil
  • Jeepers creepers 2.0

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