Mr. Sideburn And The Barons - Highballing The Jack - Cover
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Mr. Sideburn And The Barons Highballing The Jack


  • Label: Record Jet
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im wahrsten Sinne des Wortes schlichter Hardrock nach (Mittel-)Maß!

Wuchtige Bewegungsgarantie pro Song? Check! Meist sinnfreie und stereotypische Alltagsgeschichten für Hardrock-Verhältnisse? Check! Hier und da ein Kniefall vor klassischem Rock'n'Roll? Check! Auch wenn Mr. Sideburn mit dem Abhaken dieser Bedingungen noch kein Erfolg garantiert ist, sind diese Punkte dermaßen streng befolgt worden, dass für schlichte Unterhaltung durchgängig gesorgt ist. Gerade Live-Fans werden es der Band danken.

Es ist beinahe unmöglich, sich einen speziellen Song herauszusuchen. Nachdem das Intro ausdrücklich und innerhalb von 90 Sekunden die Betriebstemperatur erreicht hat, wird die Bremse über Bord geworfen. Auf „Highrolling The Jack“ ist kein Platz für Nuancen. Selbst wenn der Motor zum Auftakt eines Songs wie in „Going Down“ mal kurz stockt, geht es ganz schnell wieder um Geschwindigkeit. Dieser Hardrock fordert nickende und hüpfende Rocker-Massen dazu auf, nicht von oben bis unten einer Bierdusche zu erliegen.

Was auf Festivals für eine gute halbe Stunde problemlos funktioniert, verliert ohne diesen Hintergrund aber auch schnell seinen Reiz. Wer es nicht gerade gewohnt ist, durch die eigenen vier Wände zu preschen und die Anlage bis zum Anschlag aufzudrehen, dem kann der kurzweilig knackige Spaß auf diesem Album nicht mehr als milde Unterhaltung liefern. Damit sind natürlich nicht die schnellen Rocker, sondern ihr Prinzip gemeint. Nach der dritten Nummer über die verkorkste Freundin und durchgefeierte Nächte und den sehr ähnlichen, wenn eben auch drückenden Arrangements, fehlt einem schnell die Abwechslung.

Ähnlich solchen Bands wie Betontod merkt man Mr. Sideburn & The Barons zu schnell ihre musikalischen Limitierungen an. Wer nicht gerade wild am Feiern ist, wird schnell auf das Einerlei aufmerksam, das den geradlinigen und kraftvollen Spaß eindämmt. Hinzu sind stilistisch zumindest etwas andere Stücke wie das dem Rock'n'Roll ergebene „Cold Delivery“ zu rar gesät, als dass der Hörer der Scheibe tatsächlich Höhen und Tiefen zusprechen würde. Für nicht allzu lange Autofahrten und dergleichen reicht das Ergebnis problemlos und der Puls wird stets ein wenig hochgetrieben. Wirklich dauerhaft wird sich „Highrolling The Jack“ wohl aber selbst bei Hardrock-Jüngern nicht im Plattenspieler wiederfinden.

Anspieltipps:

  • 8-Ball Blues
  • Cold Delivery
  • Bad Trip

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