Amen Dunes - Love - Cover
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Amen Dunes Love


  • Label: Sacred Bones Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Fußgängerzonenmusikant aus Peru, der seine Flöte gegen eine verstimmte Gitarre eingetauscht hat.

Hinter dem Projektnamen Amen Dunes verbirgt sich der US-amerikanische Musiker Damon McMahon, der seine musikalische Karriere Anfang der Nullerjahre zusammen mit seinem Bruder in der Band Inouk begann. Inouk trennten sich nach einer EP und einem Longplayer recht schnell wieder und Damon McMahon brachte im Jahr 2006 unter seinem bürgerlichen Namen das Album „Mansions“ (07/2006) auf den Markt, das allerdings nur durchwachsene Kritiken erhielt. Seitdem ist der Wahl-New-Yorker als Amen Dunes aktiv und veröffentlichte drei Alben und eine EP auf dem Label Sacret Bones Records (u.a. Marissa Nadler, David Lynch, Zola Jesus).

Bisher war Damon McMahon alias Amen Dunes für seine ungewöhnlich schnelle Produktionsweise bekannt, mit der seine Alben innerhalb weniger Wochen komplett im Kasten waren. Das geht natürlich nur mit einem Hang zur Improvisation, vielen First Takes und einem Publikum, das auf ausgemachten LoFi-Sound steht. Für sein neuestes Werk „Love“ hat sich McMahon allerdings umgestellt und fast 18 Monate an der Platte gearbeitet. Dazu holte er sich Musikerfreunde wie Jordi Wheeler, Parker Kindred, Dave Bryant, Colin Stetson, Elias Bender-Ronnenfelt und Efrim Menuck ins Studio, wo elf Songs entstanden, die wiederum eines auf sich vereinen können: puren LoFi-Sound.

Für Amen Dunes Kompositionen reichen in den meisten Fällen seine markante Stimme, sowie eine akustische Gitarre („White child“). Ab und zu hört man ein Piano („Sixteen“) oder gar eine E-Gitarre („Lonely Richard“) und nur sehr bedächtige Perkussion („Lilac in hand“). Hier und da schleichen sich Streicher („Rocket flare“), Keyboards („Splits are parted“) und Bläser („I can’t dig it“) ein, aber nie klingen die Songs opulent oder nach dicker Hose. Irgendwie drängt sich immer eine verstimmt klingende Gitarre oder der windschiefe Gesang McMahons in den Vordergrund, sodass „Love“ seinem LoFi-Spirit durchgehend treu bleibt.

Auf diese Weise erhält „Love“ einen mäanderten Charakter, bei dem die Songs ziellos und wie aus grobem Holz geschnitzt aus den Boxen tröpfeln, ohne dass sie eine besondere Wirkung erzielen. Am Ende hat der Hörer ein Bild vor dem geistigen Auge, das einem Fußgängerzonenmusikanten aus Peru entspricht, der seine Flöte gegen eine verstimmte Gitarre eingetauscht hat.

Anspieltipps:

  • Love
  • White child
  • I know myself
  • Splits are parted
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