Down - Down IV Part II - Cover
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Down Down IV Part II


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Konzept des Episodic Contents setzt die EP in direkte Konkurrenz zu der vorangegangenen und auch zu noch kommenden, wodurch sie automatisch kritischer betrachtet wird.

Down sind eine Legende. Nachdem es mit „Nola“ im Jahre 1995 losging, formierten sich nach und nach Schwärme von Anhängern, die die Gruppe aus New Orleans kultisch verehrten. Mit Recht, denn von der Power, die Phil Anselmo (Gesang, Gitarre, Ex-Pantera, Ex-Alice In Chains), Jimmy Bower (Schlagzeug, Eyehategod, Ex-Crowbar), Big Ross (Keyboard, Ex-Drip, Ex-Southern Isolation), Patrick Bruders (Bass, Outlaw Order, Ex-Crowbar), Pepper Keenan (Gitarre, Ex-Corrosion Of Conformity, Ex-Graveyard Rodeo) und Bobby Landgraf (Gitarre, Honky) seit jeher an den Tag legten, kann sich die eine oder andere Band eine ordentliche Scheibe abschneiden. Ihre zahlreichen Fans freuen sich daher umso mehr, wenn die Südstaaten-Metaler mit frischem Material um die Ecke kommen. Immerhin liegt das bislang letzte Studioalbum „Down III: Over The Under“ schon ein paar Jahre zurück und wer Down schon länger hören sollte, weiß, dass Wartezeiten von fünf oder mehr Jahren völlige Normalität sind. Das neue, vierte Kapitel der Down-Saga, welches typischerweise schlichtweg „IV“ genannt wird, soll jetzt in Form von vier EPs auf den Markt kommen und stückchenweise neues Material bieten. Viele Fans wünschen sich garantiert ein vollwertiges Studioalbum, aber was soll man machen?

Immerhin ist er jetzt da: frischer Shit von Down! Sechs Tracks und 37 Minuten Spielzeit beenden die Wartezeit nach „Down IV Part I: The Purple EP“, welches im Jahre 2012 den Auftakt machte. Im direkten Vergleich ist „Down IV Part II“ - um es kurz und bündig zu sagen - weitaus schwächer als sein Vorgänger. Und gerade der direkte Vergleich macht es nicht einfach: Selbst wenn die beiden und auch die zwei künftigen EPs miteinander koexistieren und untrennbar verbunden werden, so stehen sie doch in direkter Konkurrenz zueinander. Das ist schade, aber auch unvermeidbar. „Steeple“, „We Knew Him Well…“ und „Hogshead/Dogshead“ fühlen sich uninspirierter als Tracks der Vorgänger-EP an, versprühen zwar immer noch die Energie und Kompromisslosigkeit, welche man von der Band kennt, aber lassen den Event-Charakter vermissen, der immer dann auftritt, wenn Down nach langer Zeit wieder von sich hören lassen. Dagegen hauen die tonnenschweren, unendlich coolen „Conjure“ und „Bacchanalia“ ordentlich rein und beweisen das Talent der Jungs, dass sie auch bei einer Spiellänge von über acht Minuten ihren roten Faden behalten können und kurzweilig sind. Dann sind die Herren auf „Down IV Part II“ am stärksten.

Am Ende ist es gar nicht mal so leicht, sich „Down IV Part II“ ansatzweise fair zu nähern. Immerhin spielen Anselmo und seine Kumpels in ihrer eigenen Liga und wenn sie dann erst mal neues Material veröffentlichen oder gar auf der Bühne stehen, lässt sich die Euphorie ihrer Hörerschaft kaum zügeln. Das ändert aber auch nichts daran, dass wenn man die Band an ihren eigenen Maßstäben misst, ihr zweiter Teil der IV-Quatrologie mit zum schwächsten gehört, was die Supergroup bisher von sich gegeben hat. Die nach wie vor mit Argwohn zu betrachtende Idee des „Episodic Contents“ macht es da auch nicht gerade einfacher und stellt jede neue Komposition so sehr ins Rampenlicht, dass ein direkter Vergleich wichtiger als das Erleben eines Gesamtwerks wird. Fans werden sich da ihre eigene Meinung bilden müssen und spätestens jetzt entscheiden, ob die Veröffentlichungspolitik Downs tatsächlich so sinnvoll ist, wie sie uns verkaufen wollen.

Anspieltipps:

  • Conjure
  • Sufferer's Years
  • Bacchanalia

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