Cheap Girls - Famous Graves - Cover
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Cheap Girls Famous Graves


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zurück in die Vergangenheit: Alternativ-Rock, der aus den 80er-/90er-Jahrenn stammen könnte.

Ehrlicher, gradliniger Rock ist out? Wir haben eine gute Nachricht, denn ja, es scheint sie doch noch zu geben, die Alternativ-Rocker, die dem Höhepunkt des Genres in den späten 80er- und 90er-Jahren hinterhertrauern und ihn noch heute feiern. Drei von ihnen verstecken sich mehr als zwei Jahrzehnte später hinter dem irreführenden Namen „Cheap Girls“. Für das neue Album lassen sie sich typisch rockig, typisch amerikanisch vor eine US-Flagge ablichten, alle drei mit Sonnenbrille, einer mit langen Haaren (siehe hier). Wir dürfen vorstellen: Die beiden Brüder Ben und Ian Graham, die für Schlagzeug, Bass und Gesang zuständig sind, sowie den Gitarrist Adam Aymor.

Abgesehen vom äußerlichen Erscheinungsbild hält die Band sich auch in den richtigen Kreisen auf. Mit The Gaslight Anthem waren sie auf Tour, mit The Hold Steady werden sie auf Tour gehen und verglichen werden sie gerne mit Klassikern aus ihrem Genre wie Soul Asylum oder Smoking Popes. Doch kommen wir von den Vergleichen und dem Aussehen auf den Sound der Jungs aus Michigan. Das wäre, wie bereits angedeutet, Alternativ-Rock durch und durch: melancholisch, nostalgisch. Dank der Gitarrenakkorde und einer guten Stimme werden diese Elemente in die nötige Energie umgewandelt, es entstehen robuste Songs.

Die Cheap Girls ziehen das durch, auf der ganzen Platte und übrigens auch auf den drei Vorgängern. Die Amerikaner machen nämlich schon seit ihrer Jugend Musik und gründeten ihre Band bereits im Jahre 2007, nachdem sich ihre alten Gruppen aufgelöst hatten. Übung scheinen sie also genug zu haben und an sich gibt es an dem Album auch nicht viel zu rütteln. Die Melodien ecken nirgends an, die Texte ergeben Sinn, die Platte lässt sich gut hören. Leider geht sie sich gerade durch ihre Gradlinigkeit fast ein bisschen zu gut runter. Allzu schnell sind die 30 Minuten vorbei, ohne, dass man so richtig viel mitbekommen hat. Lediglich „Knock me over“ ist ein kleiner Ausreiser, der sofort ins Ohr geht. Auch wenn man sich nicht wünschen würde, dass Bands nur noch auf Hits setzen, ein bisschen mehr davon hätte „Famous Graves“ sicherlich nicht geschadet. Denn an sich ist es ein solides Album, das mit loyalem Rock überzeugt und alte Zeiten heraufbeschwört.

Anspieltipps:

  • Slow Nod
  • Knock me over
  • Pure Hate
  • Turns

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