The Provincial Archive - It´s All Shaken Wonder - Cover
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The Provincial Archive It´s All Shaken Wonder


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Indie-Folk durch die Nerd-Brille betrachtet.

Obwohl The Provincial Archive mit „It’s All Shaken Wonder“ bereits das dritte Album vorlegen, hatten sie bisher lediglich die sogenannten eingeweihten Zirkel auf dem Zettel und solche, die das letztjährige Reeperbahn Festival besuchten. Des Weiteren waren sie auf Tour mit The Cave Singers, Chuck Ragan, Damien Jurado und The Rural Alberta Advantage. Das Promo-Info beschreibt die Kanadier als Mischung aus Elliott Smith, Death Cab For Cutie, Grizzly Bear und The National.

Neben Frontmann Craig Schram (Gesang, Gitarre, Banjo, Piano) agieren R. Bramwell Park (Schlagzeug, Banjo, Gitarre, Gesang), Ryan Podlubny (Bass, Gitarre, Gesang) und Nathan Burge (Piano, Keyboards, Gitarre, Gesang). Das Quartett versteht es, feingeistige Melodien zu kreieren, die zwischen melancholisch und versonnen, wehmütig und lebensbejahend schwingen. Auf Fotos wirken sie wie Nerds oder Intellektuelle, was sich zumindest andeutungsweise auch in ihren Songs niederschlägt. Dementsprechend strukturiert und durchdacht kommen sie daher. Dabei geht ihnen die Leichtigkeit nicht verloren, vielmehr finden sie den Weg, beide Welten miteinander zu verknüpfen.

Manchmal sind es beinahe als mechanisch zu bezeichnende Rhythmusstrukturen, denen feine Melodielinien entgegengesetzt werden wie z.B. beim Opener „Daisy Garden“ und bei „In The Morning“, dann wieder an sonnige Byrds-Jingle-Jangle-Gitarren („Full Of Water“) angelehnte Sounds, die einen betören. Oder „Land Machines“, das mit zirpenden Banjo- und monoton-eindringlichen Akustikgitarrentönen überzeugt. Auch Jazz-Anklänge werden geboten, „The Lake“ rückt das Piano und den schleichenden Rhythmus ins Zentrum. Wiederholt lassen sich solche Details finden, die das Ganze zu einem kurzweiligen, dennoch anspruchsvollen Vergnügen werden lassen. Ganz besonders stechen die verspielten, Horizonte öffnenden „The Market“ und „Every Pretty Girl“ heraus, bittersüß und wunderschön.

„It’s All Shaken Wonder“ klingt wie ein Versprechen auf noch Größeres, Wahrhaftigeres, lädt zum Sinnieren, zur Feingeistigkeit ein, lässt Raum für eigene Vorstellungen und Visionen. Es ist Musik, die mit dir kommuniziert, dir dabei nicht zu nahe rückt und dich dennoch streichelt. Indie-Folk durch die Nerd-Brille betrachtet, aber mit sanftem Blick!

Anspieltipps:

  • Full Of Water
  • The Market
  • Every Pretty Girl
  • The Lake

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