Morrissey - Vauxhall And I (Definitive Master) - Cover
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Morrissey Vauxhall And I (Definitive Master)


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 90 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album, mit dem Morrissey im Jahr 1994 endlich die Kurve bekommen hatte.

Die Aufarbeitung des Morrissey-Back-Katalogs geht weiter. Nach „Southpaw Grammar“ (1995), „Maladjusted“ (1997) und „Your Arsenal“ (1992), ist nun das vierte Soloalbum des Engländers aus dem Jahr 1994 an der Reihe: „Vauxhall And I“. Passend zum diesjährigen Jubiläum des Werks, wurde der damalige Nummer-eins-Longplayer der UK-Charts nun digital aufgefrischt und um einen Bonus-Silberling ergänzt, auf dem ein bis dato unveröffentlichter Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1995 aus dem West-Londoner Theatre Royal in der Drury Lane enthalten ist.

Der geneigte Käufer sollte sich nicht von der spartanischen Aufmachung des Albums abschrecken lassen, gilt „Vauxhall And I“ doch gemeinhin als eines der besten Werke des inzwischen 55-jährigen Sängers und Songschreibers aus Manchester. Trotzdem fallen das fehlende Booklet und die lieblose Papp-Verpackung auf, die noch am ehesten die Ehre retten kann, wenn sie als Mini-Replik der Vinyl-Ausgabe verstanden werden soll. Deshalb vergessen wir lieber das Äußere und widmen uns der Musik auf „Vauxhall And I“, mit der Morrissey nach einem gefeierten Solodebüt, einem vom Publikum nicht so toll aufgenommenen Zweitwerk und dem rauen „Vauxhall And I“-Vorgänger „Your Arsenal“, endlich die Kurve bekommen hatte.

Zusammen mit dem Produzenten Steve Lillywhite (u.a. Peter Gabriel, The Pogues, Dave Matthews Band, Simple Minds, The Killers, Beady Eye, U2) sowie den Gitarristen Boz Boorer und Alan Whyte, schrieb Steven Patrick Morrissey ein in sich stimmiges und rundes Pop-Album, das im Vergleich mit den vorherigen Werken deutlich versöhnlicher und melancholischer ausgefallen war. Deshalb gilt: Wer mehr auf den spitzzüngigen Texter und musikalisch aggressiven Morrissey steht, bekommt mit „Vauxhall And I“ nicht das, was er sich erhofft. Geflüsterte Titel wie „Lifeguard sleeping, girl drowning“, harmonietrunkene Balladen wie „Used to be a sweet boy“ oder tiefenentspannte Stücke wie „The lazy sunbathers” hatten eine ganz neue Stil-Qualität, die überraschend gut funktionierte und Morrissey zu einem Vorzeige-Romantiker der 90er Jahre machte.

Anspieltipps:

  • Speedway
  • The lazy sunbathers
  • Now my heart is full
  • Used to be a sweet boy
  • Why don’t you find out for yourself

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