Janina And The Deeds - II - Cover
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Janina And The Deeds II


  • Label: Yesterrock/ALIVE
  • Laufzeit: 70 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nanu, „Everlove“ von Die Happy kam doch schon raus? Wenn das der erste Eindruck ist, dann hat sich Janinas generischer Ansatz bereits gerächt...

Man weiß gar nicht, womit man bei Janina And The Deeds´ „II“ anfangen soll. Der Albumtitel ergibt nach dem „Last Girl Standing“ betitelten Debüt wenig Sinn, das Songwriting der Sängerin leistet sich in Liedern wie „Shock“ lyrische Peinlichkeiten en masse und dass wir bei „II“ weiter von Rock sprechen, ist Konventionen und nicht der gebotenen Musik geschuldet. Janina und ihre Deeds tragen viel zu dick auf und rezitieren dabei durchgehend, anstatt mit einer eigenen Persönlichkeit zu punkten.

Nach der Text-Pleite in „Shock“, welches als flotter klingende Disco-Version als Bonustrack nicht besser wird, kann sich JATD nie von unglaublich gewöhnlich kitschigen Liebesgeschichten trennen. Diese werden dabei dann auch noch in einer solchen Art vorgetragen, dass sie an die weniger gelungenen Taten von Modern Talking („Lover“) und die Plastikware von Avril Lavigne erinnern. Selbst wenn der Ansatz von echten Gefühlen durch diese aufgesetzten durchschimmert, grätscht die Produktion solcherlei Momente konsequent auf. Gerne möchte man sich auf die hübsche Liebesgeschichte in „Dry Her Eyes“ einlassen, doch die „Life Is Life“-Drums prügeln gnadenlos Stadionatmosphäre in die dadurch generisch werdenden drei Minuten.

Und noch ein weiteres Negativ-Vorbild scheint für JATD Pate gestanden zu sein. Wie Green Day auf ihrer Albumtrilogie bewiesen haben, ist das Gefühl für die richtige Länge von Songs abhanden gekommen. Gleiches gilt für Janina und ihre Deeds, die ausnahmslos jedes Lied zu lang andauern lassen. Refrains wirken wie ein verzweifelt gecasteter Amateur, der die Bühne einfach nicht verlassen sollte. Dazu gesellt sich die überholte und unglaublich einfallslose Mischung aus 90er-Jahre Pop und Rock, die regelmäßig bekannte Langeweile zelebrieren.

Natürlich bleibt es Hörern offen, ein Bingo zu erstellen, um kopierte Künstler auf diesem Album festzuhalten. Solche Spielereien und Späße auf Kosten eines Albums ohne jegliche Selbstironie kann jedoch nicht das Ziel gewesen sein. Dass das langweilige Mittelmaß über teils wirklich veraltete und schlecht gemachte Songs hinwegtäuschen kann, ist schließlich auch kein Lob. „II“ ist gerade so nicht schlecht genug, als dass es wahrscheinlich mit ein, zwei Single-Auskopplung durch die unteren Regionen der Charts waten darf und niemand merkt, dass er es bestenfalls mit Skizzen von richtiger, geschweige denn gut gemachter Musik zu tun hat.

Anspieltipps:

  • Heart Of Ice
  • Dry Her Eyes
  • Suitcase Of Memories

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