Little Barrie - Shadow - Cover
Große Ansicht

Little Barrie Shadow


  • Label: Tummy Touch/ALIVE
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Little Barrie goes Psychedelic: Licht- und Schattenspiele für Kopf und Bein.

Das Londoner Trio Little Barrie ist eng mit Edwyn Collins (Orange Juice) verbunden, der für sie als Produzent fungiert. Bereits das Debütalbum aus dem Jahr 2005 „We Are Little Barrie“ wurde unter seinen Fittichen aufgenommen. 2006 folgte „Stand Your Ground“ und erst 2011 traten sie zum dritten Mal mit „King Of The Waves“ auf den Plan. Drei Jahre später erscheint nun „Shadow“, das dieses Mal vom Weggefährten Edwyn Collins co-produziert wurde. Little Barrie sind sozusagen ein klassisches Blues-Rock-Trio mit Frontmann, Gitarrist und Sänger Barrie Cadogan, Bassist Lewis Wharton und Schlagzeuger Virgil Howe.

Nachdem ihre vorigen Alben mit Soul, R&B, Rockabilly, Garage- und Surf-Rock gespickt waren, wurde auf „Shadow“ das Augenmerk auf Psychedelia gelegt. In Fuzz they trust, möchte man meinen, wobei sie auch die psychedelische US-Westcoast nicht außer Acht lassen. Sie drehen die Uhr zurück zu Jefferson Airplane, Cream und Konsorten, halten ihr Kaleidoskop jedoch auch in die Gegenwart, wo The Black Keys oder Ty Segall ihr farbiges Klangkleid entfalten. Dass Barrie Cadogan auch schon für Primal Scream und Yeti Lane tätig war, schimmert ein wenig auch bei diesen elf Titeln durch.

Über wabernde, fuzzende, psychedelische und Blues rockende Klänge erhebt Cadogan seine helle, ausdrucksstarke Singstimme, die förmlich mit jenen ausgefransten Sounds zu schweben oder gar hinaus ins All zu fliegen scheint. Outta-Space-Klänge, die auf irdisch festem Bass/Drums-Rhythmus gebaut wurden. Musik für Headbanger, die gerne mit freiem Oberkörper auf dem Boden sitzen, für Drogenköpfe und andere Freak Outs. Aber auch der Ottonormalhörer wird abgeholt und darf das Kopfkino einschalten. Flirrende Orgeln, psychedelisch rockende Gitarren, fuzzende Bässe und Hall sind die Zutaten für jenes „Shadow“, das ebenso schwergewichtiger Alptraum wie farbenfrohe Innenbetrachtung sein will.

Obwohl das Album rund läuft und sich sehr stimmig präsentiert, bleibt ein wenig der Geschmack des bereits Bekannten zurück. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, hin und wieder einzutauchen in die psychedelischen Welten von Little Barrie: Licht- und Schattenspiele für Kopf und Bein.

Anspieltipps:

  • Bonneville
  • De Seleckt
  • Everything You Want
  • Shadow

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Little Barrie“
comments powered by Disqus