Crowbar - Symmetry In Black - Cover
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Crowbar Symmetry In Black


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach „Sever The Wicked Hand“ stecken Crowbar im Morast der Einfallslosigkeit fest.

Jetzt ist es aus! Kirk Windstein (Gesang, Gitarre) verlässt nach mehr als 22 Jahren die Supergruppe Down, weil er sich zu 100 Prozent seinem eigenen „Baby“ Crowbar widmen möchte. Diesen Entschluss fasste der 49-jährige Engländer, da er aufgrund der hohen Anzahl an Konzertverpflichtungen mit Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity), Phil Anselmo (Pantera) und Jimmy Bower (Eyehategod) keine neuen Ideen mehr für den Nachfolger zum erfolgreichen „Sever The Wicked Hand“ (02/2011) zu Papier bringen konnte. Pikantes Detail am Rande: Im gleichen Atemzug verließ Bassgitarrist Pat Bruders Crowbar, da er lieber seine Mitarbeit bei Down intensivieren will. Somit steht das Personalkarussell bei den Sludge Metal-Veteranen auch zum Release des mittlerweile zehnten Studioalbums „Symmetry In Black“ nicht still und Windstein versucht nunmehr mit Matthew Brunson (Gitarre), Jeff Golden (Bass) und Tommy Buckley (Schlagzeug) den mehr als positiven Eindruck des Vorgängers zu wiederholen.

Dem Himmel sei Dank gestalteten sich die Songwriting-Prozesse für das neue Oeuvre anscheinend so fruchtbar wie nie und schenkt man der Aussage „Wir mussten unseren Sound nach vorne bringen, gleichzeitig aber sicherstellen, dass alles zu 100 Prozent dem treu bleibt, was wir sind. Das Album ist heavy, düster und tödlich. Alles, was wir sind, ist auf diesem Album. Es ist einfach Crowbar 2014. Wir sind wirklich stolz und aufgeregt. Ab jetzt kann es mit Crowbar nur nach oben gehen“ von Bandvorstand Kirk Glauben, so dürfte „Symmetry In Black“ nicht weniger als der Höhepunkt des Crowbar´schen Schaffens sein. Leider ist genau das Gegenteil der Fall und das Dutzend an frischen Kompositionen wirkt träge und schlaff anstatt die altbekannte Windstein-Formel für einen düster-schleppenden Heavy Metal-Track zu revitalisieren.

Dicke Doom-Riffs („Symmetry in white“), knackige Hardcore-Eruptionen („Ageless decay”) und dynamische Landschaftsgemälde, die einer Wanderung durch mal mehr („Symbolic suicide“) und mal weniger aktives Vulkangebiet („Walk with knowledge wisely“) gleichkommen, sind zwar ohne weiteres vorhanden, der Kick dieser tiefergestimmten Nummern bleibt wegen ihrer über weite Strecken blutleeren Darbietung jedoch im eigenen Morast stecken. Erklingt nach einer längeren Durststrecke endlich einmal ein knackig arrangiertes Metal-Riff („The taste of dying“) oder ein interessanter Rhythmus („Teach the blind to see“, „A wealth of empathy“), so ist dies meist nur von kurzer Dauer und Crowbar missfallen schneller als es dem Hörer lieb ist durch nichtssagende (Semi-)Instrumentals („Amaranthine“, „The piety of self-loathing“), bedrückende Standardkost („Shaman of belief“, „Reflection of deceit“) oder Rückkoppelungen und zweistimmigen Klargesang als vermeintlichen Höhepunkt („The foreboding“).

Somit ist es für die Fans wohl besser, „Symmetry In Black“ nicht als vollwertiges Mitglied in die Crowbar-Diskographie aufzunehmen, sondern darauf zu warten, ob die Ankündigung Windsteins, sich voll und ganz auf sein „Baby“ zu konzentrieren, mit dem sukzessiven Werk deutlich prächtigere Früchte trägt. Bis dahin vergisst man wohl besser dieses schwache Interimswerk und kramt lieber wieder den Vorgänger oder ähnlich mitreißende Lektionen in Sachen Heavy Metal-Schwermut wie z.B. das Windstein/Jasta-Projekt Kingdom Of Sorrow aus dem Regal hervor.

Anspieltipps:

  • Symbolic Suicide
  • The Taste Of Dying

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