Eno • Hyde - Someday World - Cover
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Eno • Hyde Someday World


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei britische Pioniere der elektronischen Musik machen gemeinsame Sache.

Brian Eno (66), Mitbegründer von Roxy Music, großer Ambient-Pionier und Top-Produzent für Bands wie U2, Coldplay, Depeche Mode und die Talking Heads sowie Karl Hyde (56), ein Teil der Band Underworld und Spezialist für Elektro- und Dance-Sounds, haben sich nach langer Freundschaft nun auch musikalisch in ein Boot begeben und unter dem Projektnamen Eno • Hyde erstmalig einen gemeinsamen Longplayer eingespielt. Als neutrale Verbindung holten sich Eno und Hyde den erst 20-jährigen Fred Gibson als Produzenten dazu, der sich auch an den Kompositionen von zwei Stücken beteiligte.

Zusammen schuf das Trio mit einem Dutzend Gastmusikern, darunter zum Beispiel der Soulsänger Don E., Andy Mackay (Roxy Music) und Will Champion von Coldplay, ein Album, das die Welten Electro und Ambient durch eine große Portion Pop miteinander verbindet. Allein dadurch hat „Someday World“ eine klassische Struktur erhalten, die nichts mit den beinahe unerkennbar ineinanderfließenden, elektronischen Stücken aus dem üblichen Brian-Eno-Fundus zu tun hat. Dass das Werk zudem über einen warmen Analog-Sound verfügt und digitale Kälte gar nicht erst aufkommen lässt, ist ebenfalls positiv. Ein Meisterwerk ist „Someday World“ dennoch nicht.

Eno und Hyde beginnen in „The satellites“ und „Daddy’s car“ mit einem verspielten rhythmischen Feuerwerk aus synthetischen Bläsern und pochenden (Afro-)Beats, die jeweils einigermaßen eingängige Melodiebögen zum Ziel haben, mit denen auch weniger progressivitäts-affine Hörer etwas anfangen können. So ungefähr sieht dann auch der stilistische rote Faden des Werks aus: Reduzierte Klanglandschaften mit der Betonung auf Rhythmik, denen insgesamt ein wenig die magischen Momente fehlen, kombiniert mit dem markanten Gesang von Karl Hyde, erzeugen eine durchgehend dichte, aber nicht die erwartet spannende Atmosphäre, die ein Longplayer mit den Namen Eno und Hyde auf dem Cover versprochen hat.

Am Ende mögen sich bitte die Pop-Gelehrten darüber streiten, ob – erstens – dem Album mehr Coldplay-Momente à la „To us all“ bzw. eine konsequentere Elektro-Ausrichtung besser getan hätten und – zweitens –, ob der Medienhype derselbe wäre, würden nicht die Namen Brian Eno und Karl Hyde auf dem Cover prangen.

Anspieltipps:

  • Witness
  • To us all
  • Mother of a dog
  • A man wakes up
  • Who rings the bell
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