Joan Osborne - Love And Hate - Cover
Große Ansicht

Joan Osborne Love And Hate


  • Label: Membran/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ebenso radiotaugliches wie feingeistiges Dutzend.

Wer über Joan Osborne schreibt, kommt nicht drum herum, ihr Debütalbum “Relish” mit dem internationalen Hit “One Of Us” aus dem Jahr 1996 zu erwähnen. Mit dem aktuellen „Love And Hate“ legt die mit Platin ausgezeichnete Amerikanerin nun ihre achte Studioplatte vor. Sie selbst hat unter Mithilfe von Jack Petruzzelli (Patti Smith, Rufus Wainwright) produziert. Zum Albumtitel merkt sie an: „Menschen, die wir lieben, können das Beste und das Schlimmste in uns wecken, und wir können das genauso. Liebe ist immer ein Risiko.“

Zum einen ist sich Osborne mit dem neuen Dutzend Songs treu geblieben, zum anderen geht sie auch Wagnisse ein. Radiotaugliche Nummern wie „Mongrels“, „Up All Night“, „Thirsty For My Tears“ oder „Keep It Underground“ stehen melancholischen Songs mit beinahe schwermütigen Streicherarrangements gegenüber. Beispiele für Letztere sind „Where We Start“, „Train“, „Not Too Well Acquainted“, der Titelsong oder „Secret Room“. Gerade jene mit Streichern angereicherten Stücke sind das Salz in der „Love And Hate“-Suppe. Osborne versteht es hier, Emotionen zu transportieren, dem Hörer unter die Haut zu gehen, ihn zu berühren.

Als Stilmittel verwendet Osborne Americana, Rock, Jazz, Blue Eyed Soul und Pop, wobei sie jedem ihrer Titel eine andere Gewichtung beibringt und somit für Abwechslung sorgt. Dabei gelingt ihr, was nur wenigen Künstlern gegeben ist, nämlich die Balance zwischen Mainstream und Anspruch zu finden. Sie bewerkstelligt dies mit Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit, biedert sich dabei nicht an, sondern lässt ihre Songs für sich sprechen. Und sie beherrscht die musikalische Sprache, gestaltet sie farbenfroh und mit leichter oder feingeistiger Hand aus. Joan Osborne setzt ihren Weg konsequent und mit Gespür fort.

Anspieltipps:

  • Where We Start
  • Train
  • Love And Hate
  • Secret Room

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8.5/10

Rough And Rowdy Ways
  • 2020    
Diskutiere über „Joan Osborne“
comments powered by Disqus