Sylvan Esso - Sylvan Esso - Cover
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Sylvan Esso Sylvan Esso


  • Label: Partisan Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Pop und Elektronik wunderbar zusammenpassen.

Musik ist dann am spannendsten, wenn sie aus zufälligen und scheinbar komplett unpassenden Kollaborationen entsteht. Sylvan Esso sind eine solche. Amelia Meath schrieb einen Song, performte diesen mit ihrer Band Mountain Man und traf dabei eher zufällig den Produzenten und Elektronik-Fan Nick Sanborn. Er remixte den Song und die beiden begannen darüber hinaus zusammenzuarbeiten. Sylvan Esso waren geboren, es kann so simpel sein.

Aufgenommen im Schlafzimmer Sanborns entstand so das Debütalbum als gesunde Mischung aus der poppigen Stimme Meaths und einem gehörigen Maß an elektronischem Gefrickel. Die Ergänzung von bisweilen wenig zugänglichen elektronischen Akkorden, mit angenehmen Vocals scheint sich gegenwärtig als durchaus angenehmer Trend der Musikszene zu etablieren. Schon Jamie Woon und zuletzt SOHN fuhren diese Schiene qualitativ durchaus hochwertig.

Einzelne Songs hervorzuheben, verbietet sich auf „S.E.“ weitestgehend. Einerseits weil sich die einzelnen Stücke dafür zu sehr ähneln, andererseits, weil auch Sylvan Essos Erstling wie viele andere Genrevertreter am besten als Gesamtkunstwerk funktioniert. Erwähnenswert ist dennoch „Play It Right“, handelt es sich bei dem Track doch um besagten Song, der Meath und Sanborn erst zusammenbrachte. Eher minimalistische Beats gipfeln in einem markanten Refrain, der sich so schnell nicht mehr vergessen lässt. Das gefällt.

Stärkster Track der Platte ist aber wohl das Eröffnungsstück. „Hey Mami“ beginnt zuckersüß mit monotonen Phrasen, dem Hörer ist schleierhaft, wie daraus ein interessanter Song entstehen soll. Erst wenn die Elektronik einsetzt, entfaltet der Song seine gesamte Faszination. Es ist dieser Gegensatz aus schlichtem Pop und kompromisslosem Computersound, der „S.E.“ zu einem gelungenen Erstling macht.

Die Genialität der erwähnten Woon oder SOHN erreichen Sylvan Esso nicht ganz, dafür fehlen die ganz großen Gänsehautmomente. Wer mit dem Genre etwas anfangen kann, darf sich aber trotzdem an „S.E.“ heranwagen.

Anspieltipps:

  • Hey Mami
  • Play It Right

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