David Gray - Mutineers - Cover
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David Gray Mutineers


  • Label: IHT Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Songwriter gefangen in einem Strudel aus Langeweile und Durchschnitt.

Mit „Mutineers” legt der aus Manchester stammende Sänger und Songschreiber David Gray (46) das mittlerweile zehnte Studioalbum im 21. Jahr seiner Karriere vor. In dieser Zeit hat der Brite weltweit mehr als 12 Millionen Tonträger verkauft. Nach Verträgen mit den beiden großen Majorlabels Warner und Universal Music, ist Gray mit seinem neuen Werk zu früheren Independent-Strukturen zurückgekehrt. Sein eigenes Label IHT Records vergab dazu die Vermarktungslizenz für „Mutineers“ an die aufstrebende US-Plattenfirma Kobalt Label Services, die mit Signings wie zum Beispiel Nick Cave, Maroon 5, Ed Sheeran, Against Me!, Badly Drawn Boy, Beck, Blue October, The Hives, Interpol und Tokio Hotel schon seit längerer Zeit für Aufmerksamkeit in der Branche sorgt.

„Mutineers” wurde von Andy Barlow (Placebo, Elbow, Damien Rice) produziert. Seine Hauptaufgabe bestand darin, David Gray aus seiner Komfortzone herauszuholen und eingefahrene Praktiken aufzubrechen. Warum nicht mal die Texte vor der Musik schreiben? Warum nicht verstärkt mit Falsettgesang arbeiten? Auf jeden Fall sollte nicht wiederholt werden, was bereits auf früheren Alben zu hören war. Dieser Prozess tat weh, doch David Gray erkannte auch die Vorteile einer veränderten Arbeitsweise und ließ sich von Andy Barlows Ideen in neue Richtungen lenken. Denn klammheimlich, so das Gefühl, hatte sich in die letzten Werke des Engländers Durchschnitt und Langeweile eingeschlichen. Beides gilt es nun wieder auszutreiben!

Im Prinzip ist David Gray also auf einem guten Weg. Doch irgendwo auf halber Strecke scheint ihn der Mut verlassen zu haben. Und das liegt noch nicht mal an der latenten Melancholie, die das gesamte Album umgibt, selbst wenn die Songs mal etwas flotter aus den Boxen perlen („Snow in Vegas“, „Back in the world“). Der Knackpunkt ist vielmehr im über weite Strecken völlig unspektakulären Songwriting zu suchen, das durchaus ein paar neue Ansätze offenbart, aber viel zu selten echte Atmosphäre verbreitet, wie sie in Songs wie „Last summer“, „As the crow flies“ oder auch „Cake and eat it“ zu hören ist.

Dadurch landet „Mutineers” am Ende doch wieder dort, wo sich David Gray heraus kämpfen wollte, nämlich in einem Strudel aus Langeweile und Durchschnittskost, der zwar als gut produziert bezeichnet werden darf, aber nur damit ganz sicher nicht nachhaltig punkten kann.

Anspieltipps:

  • Gulls
  • Last summer
  • Cake and eat it
  • As the crow flies
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