Klaxons - Love Frequency - Cover
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Klaxons Love Frequency


  • Label: Because Music/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Klaxons begnügen sich mit Durchschnittlichkeit.

Die Klaxons aus London begnügen sich nicht mit Durchschnittlichkeit. Das war zumindest der Kanon eines Großteils der Kritikerstimmen, die im Jahr 2007 ihren Debüt-Longplayer „Myths Of The Near Future“ in den Himmel lobten und der Band mit „Surfing The Void“ (08/2010) eine Weiterentwicklung sowie einen eigenen Sound bescheinigten. Das ist nun fast vier Jahre her. Mit dem nun vorliegenden „Love Frequency“ setzt das Quartett diesen Fortschritt jedoch nur bedingt fort.

Mit „A New Reality“ und der Single „There Is No Other Time“ wird nämlich sofort klargestellt, dass der alte Sound über Bord geworfen wurde. Statt für ausgefallenen Indie-Rock, haben sich Klaxons auf diesem Tonträger für einen tanzbaren, von Elektro-Elementen dominierten Sound entschieden, der gelegentlich an der Grenze zum Disco-Genre tänzelt. Dabei drängen sich nicht allzu selten Vergleiche mit Hot Chip, Delphic oder, noch mehr, mit Zoot Woman auf. Entsprechend sind die zwei Opener absolute Indie-Banger. „A New Reality“ lässt den Dubstep-Bass rattern, „There Is No Other Time“ verdeutlicht im Refrain und der Bridge die Parallelen zum Disco-Genre.

„Show Me A Miracle“ spielt noch offensichtlicher mit Dubstep-Rhythmen, während „Out Of The Dark“ von soften Synthies und Melancholie-getriebenem Gesang bestimmt wird. Viel von der rockigen, lauten Experimentierfreude der vorherigen Alben ist hier nicht mehr zu spüren. Auch Frontsänger Jamie Reynolds' Gesang klingt wesentlich sanfter als früher. Nur „Children Of The Sun“ bringt mit seinem Marsch-ähnlichen Beat und dem knarzenden Refrain noch etwas Härte rein. Auch scheinen Klaxons verlernt zu haben, über etwas anderes zu singen als Clubliebschaften, Sehnsucht und Leidenschaft.

„Invisible Forces“ und „Rhythm Of Life“ zum Beispiel besitzen somit nichts Spezifisches mehr, was sie von den clubtauglichen Klängen anderer Künstler abheben würde. Auch nicht die gelegentlichen Gitarreneinsätze, die oft nur wie ein Überbleibsel des alten Sounds wirken und damit im Endeffekt fehl am Platz sind. Immerhin, all jenes wird im Club für Euphorie sorgen, denn tanzbar ist „Love Frequency“ durch die Bank weg. Es ist nur nichts Besonderes mehr. Klaxons haben ihren Biss verloren - und ihre Experimentierfreude.

Anspieltipps:

  • There Is No Other Time
  • Love Frequency
  • Liquid Light

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