Owls Of The Swamp - Atlas - Cover
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Owls Of The Swamp Atlas


  • Label: Labelship/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Träumerische Melodien gegen die Last der Welt.

Der Bandname Owls Of The Swamp hat das Potential, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Die „Eule“ hinter dem Namen ist der australische Singer/Songwriter Pete Uhlenbruch, der die Songs für sein aktuelles Ambient-Indie/Folk-Pop-Projekt größtenteils auf und während seinen Touren entwickelte. Diese führten ihn nach Deutschland, nach Island und in den Süden Englands, den Uhlenbruch derzeit sein zu Hause nennt, und sie führten ihn zu seinem Produzenten Sturla Mio Thorisson. Dieser hatte bereits für einschlägige Sounds wie bei Damien Rice und Marketa Irglova mitgewirkt. Eine gewisse Tiefgründigkeit und Melancholie war vom „Atlas“-Album also von vornherein zu erwarten.

Im Gegensatz zu Damien Rice jedoch, versucht Uhlenbruch mit seinen Owls Of The Swamp das Gewicht der Welt nicht auf den Schultern seiner Hörer abzuladen und diese weiter zu belasten. Stattdessen will er all denen, die sowieso schon Probleme mit sich herumschleppen, Ruhe und Zufriedenheit übermitteln. So gesehen ist „Atlas“ ein Ruhepol, an dem man ankommen kann. Eine sanfte, ruhige Stimme führt den Hörer an die Orte, die der Bandname heraufbeschworen hat.

Die träumerischen Melodien werden von einer leisen Gitarre begleitet, sie sind unaufgeregt, zurückhaltend, fast hypnotisch. Die erste Single, „The Hypnotist“, erzählt die Geschichte eines Hypnotiseurs und einer entfremdeten Liebe. Hier ist Markéta Irglovás Stimme deutlich zu hören, die der Ballade noch mehr Tiefgründigkeit verleiht, als es durch die Thematik ohnehin der Fall war. Doch selbst wenn die Texte wie beispielsweise in „Shelter“ melancholischer werden, folgt Uhlenbruch dem altbekannten Motto: „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Diese Ruhe ist nicht nur die Kraft, sondern auch das Potential des Albums. In „Closer now“, aber auch in „Water Song“ dominieren die leisesten Hintergrundgeräusche und es sind genau diese Feinheiten, die das Album ausmachen. Sie suggerieren eine gewisse Naturverbundenheit, die sich auch in den Texten widerspiegelt. Wer auf diesem Album einen Hit vermutet, wird vergeblich suchen. In gewisser Weise ist „Atlas“ eine einzige, große Ballade, doch sie ist zu unaufgeregt, zu fein, um an die große Glocke gehängt zu werden. Sie wird getragen von einem sanften Wind, der den Hörer angenehm berührt.

Anspieltipps:

  • The Hypnotist
  • Shelter
  • Closer now
  • Water Song

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