Ed Sheeran - X - Cover
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Ed Sheeran X


  • Label: Asylum/WEA
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ed Sheeran erledigt die hohe Hürde des schweren zweiten Albums solide und ohne Ausfälle.

Nachdem Ed Sheeran (23) zwischen Januar 2005 und Januar 2011 eine EP nach der anderen in Eigenregie veröffentlichte und auf diesem Weg sogar die UK-Charts knackte, bekam der in Halifax geborene Sänger und Songschreiber seinen ersten Plattenvertrag mit dem Majorlabel Atlantic Records, das im September 2011, flankiert von weiteren EP-Veröffentlichungen, den ersten Longplayer des rothaarigen Songschreibertalents auf den Markt brachte. Das kurz und knapp „+“ benannte Werk entwickelte sich trotz zumeist lauwarmer Kritiken zu einem kommerziellen Überflieger, der praktisch überall auf der Welt gut performte und sich mehr als vier Millionen Mal verkaufte.

Ed Sheeran tourte mit „+“ fast zwei Jahre rund um den Globus und wurde strategisch hervorragend als Opening Act für Snow Patrol und Taylor Swift eingesetzt. Zudem tat er sich als Songwriter für One Direction und Taylor Swift hervor. All das förderte das Crossover-Potenzial des jungen Briten, der nach „+“ nun mit „X“ nachlegt und dazu offenbar ein ganz hübsches Budget zur Verfügung gestellt bekam, wie ein Blick in die Credits-Liste belegt. Denn neben Jake Gosling (Paloma Faith, One Direction, Keane), der auch Sheerans Debütalbum produzierte, tauchen heuer namhafte Songwriter und Produzenten wie Pharrell Williams (Daft Punk, Robin Thicke, Kendrick Lamar), Jeff Bhasker (Jay-Z, Alicia Keys, Kanye West, Beyoncé), Benny Blanco (Wiz Khalifa, Rihanna, Katy Perry, Maroon 5), Rick Rubin (Eminem, Red Hot Chili Peppers, Linkin Park, Shakira) und Johnny McDaid (Ingrid Michaelson, Gary Go, Vega4, Snow Patrol) im Kleingedruckten auf, die gewiss nicht für Kleingeld arbeiten.

Diese Liste lässt erahnen, dass Ed Sheeran mit seinem zweiten Longplayer durchaus unter Druck steht. Denn wer mag schon gerne als Eintagsfliege durchgewunken werden. Doch Ed Sheeran beging nicht den Fehler, sich stilistisch verbiegen zu lassen, auch wenn die Beats und die Funk-Rhythmen in „Sing“ deutlich hörbar auf die Kappe von Pharrell Williams gehen. Sheerans Akustikgitarre ist trotzdem in fast jedem Song gegenwärtig. Und da seine Einflüsse von The Game bis Van Morrison reichen, sind Raps („Don’t“) genauso selbstverständlich wie klassische Singer/Songwriter-Stücke („One“).

Ed Sheeran ist immer dann besonders stark, wenn er sich auf Songwriter-Popsongs wie „Photograph“ oder auch „Tenerife sea“ konzentriert, selbst wenn er dabei nur selten die emotionale Tiefe eines Damien Rice erreicht. Dafür besitzen Ed Sheerans Songs eine größere Variabilität, die sich aus Rock („Runaway“), HipHop/Rap („The man“), Blue-Eyed-Soul („Thinking out loud“) und R&B („Afire love“) speisen. Dadurch wird „X“ nie langweilig, auch wenn die Suche nach dem nächsten „The A-Team“ erfolglos bleibt. So muss „X“ zwar ohne diesen einen Überhit auskommen, doch auch so ist das schwere zweite Album ein Werk ohne Ausfälle mit Potenzial für den einen oder anderen sicheren Radiohit.

Anspieltipps:

  • One
  • Sing
  • The man
  • Photograph
  • Shirtsleeves
  • Bloodstream

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