Kasabian - 48:13 - Cover
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Kasabian 48:13


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„48:13“ - oder: Wenn die Beatles auf Oasis und die Happy Mondays treffen.

Der Preis für das grellste Cover des Jahres geht an… Kasabian! Die Band aus Leicester, die seit Jahren immer wieder als das nächste große Ding im Rock’n’Roll gehandelt wird, sich damit aber nachwievor nur auf das heimatliche Großbritannien beschränkt, ist mit Studiowerk Nummer fünf zurück. Damit verursacht sie nicht nur akuten Augenkrebs, sondern leistet auch blitzsaubere Aufklärungsarbeit, indem die Laufzeit des Albums gleich auch als Titel und damit Front-Cover-Zierde herhalten muss. Ja, sie sind schon ziemlich coole Säue, diese vier Burschen plus Neu-Gitarrist Tim Carter, die den Rock’n’Roll auf der britischen Insel gegen den BritPop verteidigen.

Der Nachfolger zu „Velociraptor!“ (09/2011) sollte laut Mastermind Sergio Pizzorno um die Grundfesten Rock, Electro und HipHop aufgebaut werden. Und siehe da, gleich der Opener „Bumblebeee“ („Shiva“ dient lediglich als instrumentaler Aufgalopp) vereint all dies in Form von fetten Beats, harten Gitarrenriffs und dem Sound der britischen Rave-Kultur der späten 80er Jahre. Dadurch wird dann auch das Klangbild von „48:13“ dominiert, als würden die Beatles, Oasis und die Happy Mondays gemeinsame Sache machen.

Wer aus dem Mutterland der Popmusik kommt, dem sei so ein kreatives Spielen mit den Stilarten und das Kramen in den eigenen Geschichtsbüchern natürlich erlaubt. Wichtig ist nur, dass das Ergebnis stimmt und nicht peinlich wirkt. Aber darum muss man sich bei Kasabian keine Sorgen machen! Es erfordert zwar vom Hörer eine gewisse Zeit, um sich an den neuen Sound zu gewöhnen, der mit reichlich dicker Hose aus den Boxen dröhnt, doch wer Großmäuler wie die Gallagher-Brüder überlebt hat, wird auch mit „48:13“ fertig.

Sergio Pizzorno war besessen von dem Gedanken, dass das neue Kasabian-Album nicht nur „48:13“ heißt (diese Idee war zuerst da!), sondern auch exakt genauso lang ist. Dies erforderte ein paar produktionstechnische Kniffe, für die schon mal einzelne Strophen oder ganze Refrains geopfert wurden. Geschadet hat es nicht, denn auch so ist „48:13“, eingebettet in gezielte Psychedelik-Portionen („Shiva“, „Mortis“, „Levitation“, „S.P.S.“, „Glass“), ein spannendes Album geworden, das mit großen Stadionhymnen („Stevie“), stampfenden Disco-Beats („Doomsday“) und verspielten Electro-Tracks („Explodes“) für reichlich Abwechslung sorgt.

Auf dem Weg, die nächsten U2 zu werden, erklimmen Kasabian eine höhere Stufe. Sie kompensieren den Abgang von Gitarrist Jay Mehler und erfinden einen frischen Sound für sich, der die Band noch variabler und interessanter macht. Dazu muss auch nicht jedes Album gleich ein neues Meisterwerk sein. Richtig gut, tut es auch.

Anspieltipps:

  • Glass
  • Stevie
  • Clouds
  • Explodes
  • Bumblebeee
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