Marquess - Favoritas - Cover
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Marquess Favoritas


  • Label: Starwatch/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sommer, Sonne, gute Laune und Fußball-Weltmeisterschaft. Gut kalkuliert ist halb gewonnen!

Wenn es in Deutschland Sommer wird, die Laune steigt und die Röcke kürzer werden, dann stehen in regelmäßigen Abständen auch die Herren von Marquess mit neuer Musik in den Startlöchern. Das Hannoveraner Trio Sascha Pierro (Gesang), Christian Fleps (Keyboards) und Dominik Decker (Gitarre) schafft es nämlich, spanischer zu klingen, als echte spanische Bands, und damit das Urlaubs-Feeling in die heimischen Schrebergärten, Dachgeschosswohnungen und Fußgängerzonen zu holen. Dass die spanische Sprache dabei ein wenig freier interpretiert wird, merken freilich nur die wenigsten.

Auf diese Weise funktioniert das Ganze seit August 2006, als Marquess, damals noch als Quartett, mit ihrer Debütsingle „El Temperamento“ antraten und auf Anhieb die Top 10 der deutschen Single-Charts knackten. Seitdem sind Marquess immer Anwärter auf Chart-Platzierungen im vorderen Drittel gewesen, so wie jetzt, wenn sie mit ihrem inzwischen sechsten Album „Favoritas“ an den Start gehen. Wie es der Titel andeutet, haben sich Marquess dazu bekannte Songs aus Lateinamerika und Spanien ausgesucht, also quasi die Wurzeln ihrer musikalischen Inspiration, und in ihrer ureigenen Art neu gedeutet. Dabei trifft Traditionelles auf Modernes, Schlager auf Pop und Urheber wie Shakira auf Héroes Del Silencio.

„Hauptsache eingängig“ scheint die Devise für die Songauswahl gewesen zu sein. Denn für Marquess macht es keinen Unterschied, ob ein Lied seinen Ursprung in der Rockmusik hat oder als Chanson das Licht der Welt erblickte. Die Hannoveraner stülpen sowieso ihren typischen Latin-Pop-Sound über jeden Song, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Damit bremst sich das gefällig beginnende Album schon nach kurzer Zeit selbst aus, weil nahezu jedes Lied in ein bestimmtes Schema passen soll.

Dabei müssen die Songs noch nicht einmal zwangsläufig Ballermann-tauglich sein wie „Me Va Me Va“, „El Porompompero“ und „Suerte“. Auch Klassiker im Pop-Kleid wie „Que Será“, „Guantanamera“ oder auch „Bésame Mucho“ kann heute einfach keiner mehr hören, vor allem, wenn sie verkniffen und nach Reißbrettschema dargeboten werden. Dabei wissen Marquess durchaus wie es geht, wie sich an dem zum spritzigen Ska umgeformten „Entre Dos Tierras“ (Héroes Del Silencio) oder dem gefühlvollen „Obsesión“ (Aventura) nachhören lässt. Doch das ist leider zu wenig, um mehr als ein gut kalkuliertes Strohfeuer zu entfachen.

Anspieltipps:

  • Suerte
  • Obsesión
  • Que Será
  • Entre Dos Tierras
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