The August - Lizard King - Cover
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The August Lizard King


  • Label: Midsummer Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dredg sind belanglos geworden? Egal!

Als sich die bis dato unangefochtenen Prog-Rock-Götter von Dredg irgendwann entschlossen, auch mal auf den ganz großen Bühnen spielen zu wollen und dafür ihre musikalische Identität mit Getöse über Bord zu werfen, gab es in der Fangemeinde lange Gesichter. Gerade in diesem Genre sind Bands, die konstant hohes Niveau abliefern, äußerst selten und spätestens mit den jüngsten Entwicklungen haben sich Dredg als Genrekönige disqualifiziert. Wer hätte gedacht, dass die entstandene Lücke ausgerechnet von einer deutschen Band namens The August aus dem unspektakulären Unterfranken geschlossen werden könnte.

„Lizard King“ ist auf jeden Fall ein vielversprechender Auftakt. Das Gespür für ausufernde und abwechslungsreiche Songstrukturen, für Tracks, die innerhalb von sechs oder sieben Minuten mehrfach Stimmung und Tempo wechseln, ist selten. Das Ganze noch mit wunderschönen Melodien zu füllen, die hängen bleiben und nicht langweilig werden, egal wie oft man sie hört, ist dann schon die ganz hohe Schule. The August zeigen auf ihrem Erstling, dass sie das Potenzial zu beidem haben.

„Clockwork“ beginnt ruhig und beschwörerisch, ein Instrumental wie es auch in die ruhigeren Phasen von A Perfect Circle gepasst hätte. „Ebbing Well“ überzeugt gerade zu Beginn - und da schließt sich der Kreis - mit einer Gitarrenwand, wie sie Dredg seinerzeit im hervorragenden „El Cielo“ so zahlreich gezeigt haben. Eines der absoluten Album-Highlights ist „Tiger“. Nach ruhigem Beginn setzt atmosphärischer Gesang ein, nur um im Mittelteil durch eine verfremdete Stimme abgelöst zu werden. Es ist erstaunlich, wie viele Elemente The August in einen einzelnen Song packen können.

„Lizard King“ ist das äußerst beachtliche Erstwerk einer Band, die ihr Potenzial mehr als andeutet, es aber in letzter Konsequenz noch nicht ganz auszuschöpfen weiß, da sich auch mal eher uninteressantere Tracks wie das zähe „Shelter“ einschleichen. Das macht aber nichts! Wem sein Prog-Herz durch die jüngsten Ausfälle von Dredg gebrochen wurde, findet in The August zumindest vorübergehend einen neuen Genre-Liebling. Und wer weiß, was die Zukunft dieser Band uns noch bringen mag.

Anspieltipps:

  • Clockwork
  • Tiger
  • Lucid Dreams

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