Katharina Busch - Ten Hours On A Bus - Cover
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Katharina Busch Ten Hours On A Bus


  • Label: Nasswetter Music Group
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Katharina Busch steht für minimalistischen Pop mit Akustikgitarre und lässt deswegen die ganz großen Emotionen vermissen.

Es ist nicht falsch, dass Katharina Busch auf einen sehr reduzierten Ansatz zurückgreift. Oftmals nicht mit mehr als einer oder zwei Gitarrenspuren bewaffnet, offenbart sie ihre Stimme möglichst puristisch dem Publikum. Und eine schöne Stimme hat Frau Busch fraglos. Jeder Ton sitzt und ist wunderbar klar. Die Stimme ist nicht zu hoch und lässt nur selten die nötige Tiefe und ein paar Kanten vermissen. „Ten Hours On A Bus“ ist jedoch ein Beweis dafür, dass ein konsequenter Stil und eine gute Stimme nicht genug sind, um ein starkes Album zu erschaffen.

Hier und da wird Katharina Buschs Musik auch in erster Linie als reine Singer/Songwriter-Musik verkauft werden. Das liegt natürlich an der akustischen Grundlage der Musik. Damit verkauft man jedoch nur die Schale des Ganzen. Denn es ist essenziell zu erwähnen, dass Busch bekömmlichen Pop aus ihrer Stimme und den Gitarren kitzelt. Das klingt selten so gefühlvoll, dass der Hörer den Kamin anschmeißen möchte. Auch Amy Macdonald-Anklänge in Form von „City Flow“ sind absolute Ausnahmen.

Es ist dabei nicht so, dass die Sängerin nicht gefühlvoll klingen kann. Die Beweise der Marke „Shine On“ sind jedoch viel zu rar gesät, als dass sie den langsamen Wohlfühl-Pop für den Hintergrund eines Abendessens mit Freunden vergessen machen könnten. Im Grunde emotional aufgeladene Tracks wie „Travelling Girls“ werden stets brav für Pop-Strukturen abgeschmirgelt. Das Ergebnis schlägt sich im wohligen, aber letztlich nicht packenden Gesang und der Stimmung der Lieder nieder.

Man braucht nicht einmal eine volle Hand, um mit „Melancholy Flight“ und „Shine On“ die zwei Stücke aufzuzählen, die tatsächlich tiefe Emotionen wecken können. Der Rest ist unsagbar hübsches, aber eben auch wenig berührendes Mittelmaß. Interessante Geschichten zu erzählen reicht nicht. Besonders wenn man sich wie Busch auf sehr konventionelle Strukturen und meist sehr klaren Gesang verlässt. Wo ist der Schmerz zu hören? Was macht diese Geschichten hörenswert? Alle diese Fragen stellen sich meist gar nicht erst, weil die Musik auf „Ten Hours On A Bus“ einfach an einem vorbei plätschert und sich weder an unseren Herzen, noch unseren Ohren festkrallen kann.

Anspieltipps:

  • Shine On
  • Melancholy Flight
  • City Flow

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