R.E.M. - Unplugged: The Complete 1991 & 2001 Sessions - Cover
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R.E.M. Unplugged: The Complete 1991 & 2001 Sessions


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 136 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

So muss das sein: Zwei komplette Unplugged-Sessions mit zehn Jahren Unterbrechung und nur eine einzige Song-Überschneidung

Ursprünglich als horrend-teures Vinyl-Box-Set für den diesjährigen Record Store Day konzipiert, erscheint R.E.M.s komplette Unplugged-Songsammlung, wie diverse andere, angeblich exklusive RSD-Artikel, jetzt auch regulär im Handel und schont damit auf der einen Seite die Geldbeutel der nicht ganz so exzessiven Fans, verärgert aber auf der anderen Seite so manchen Hardcore-Sammler, der sich Exklusivität und Limitierung nun ganz gepflegt in die Haare schmieren kann.

R.E.M. sind eine der wichtigsten und nebenher auch kommerziell erfolgreichsten Bands, die in den 90er Jahren ihren Durchbruch feiern durften und bewiesen haben, dass Kunst und Kommerz durchaus einträchtig nebeneinander funktionieren können. Mehr als 85 Millionen verkaufte Alben und neben den Fantastischen Vier die einzige Band, die zwei offizielle „MTV Unplugged“-Konzerte spielen durfte, sprechen eine eindeutige Sprache. Ebenso unmissverständlich ist auch die Tracklist der als Doppel-CD und Vierfach-Vinyl auf den Markt gebrachten Unplugged-Konzerte aus den Jahren 1991 und 2001: Wo jede andere Band gnadenlos ihre größten Hits ein weiteres Mal abgefeuert hätte, verzichteten R.E.M. darauf und lieferten bei ihrem zweiten Unplugged-Auftritt nach zehn Jahren Unterbrechung ein komplett unterschiedliches Set ab, bei dem es nur eine einzige Song-Überschneidung gab. Und das ist natürlich „Losing my religion“. Der Song, mit dem R.E.M. endgültig unter die Decke gingen.

Das zeigt, dass R.E.M. auch in der Zeit nach „Losing my religion“ vom legendären „Out Of Time“-Album (03/1991, 18 Millionen Mal verkauft) genügend Hits hatten und dass sie ihrem Publikum neue Songs live nie vorenthalten haben. So stand der 2001er „MTV Unplugged“-Gig grundsätzlich zwar sehr im Zeichen des aktuellen „Reveal“-Albums, doch zwischen „Out Of Time“ und „Reveal“ lagen immerhin vier weitere Werke, die in der Setlist nicht so einfach abgeschüttelt werden konnten. und auch vor „Out Of Time“ lagen bereits genügend Longplayer, die ein paar Klassiker abwarfen.

So wurde aus bis dato noch nie im Audio-Format veröffentlichten Konzerten das jetzt vorliegende Doppelalbum, das jede Menge Songs im echten stromlosen Sound mitbringt, die in den ursprünglichen TV-Ausstrahlungen nicht enthalten waren und damit den Raritätenjägern endlich die schlaflosen Nächte nimmt.

Anspieltipps:

  • Radio song
  • The one I love
  • Imitation of life
  • Losing my religion
  • At my most beautiful
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