The Great Crusades - Thieves Of Chicago - Cover
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The Great Crusades Thieves Of Chicago


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Chicago in Blau: Geschichten von Tagedieben, die sich durch die Nacht stehlen. Träume und Tränen in Rock’n’Roll!!

Neues Label, neues Album! Statt des gewohnten Glitterhouse Labels firmieren The Great Crusades nun unter der blauen Rose. Unter den Fittichen von der aus der Americana Szene nicht mehr wegzudenkenden Plattenfirma Blue Rose Records, spiegelt zunächst das zwischen nacht- und himmelblauen Farben gehaltene Coverartwork quasi das Logo von Blue Rose wider. Desgleichen werden die 13 neuen Songs in ein tiefes „Blue“ getaucht. Dazu der Albumtitel „Thieves Of Chicago“, der nicht nur die Herkunft der Band verrät, sondern auch die Thematik der Platte: Einsamkeit, gebrochene Herzen, Großstadt-Blues, Verlust, Verzicht und die Vergeblichkeit, Erinnerungen oder gar Glück festzuhalten. Geschichten von Tagdieben, die sich durch die Nacht stehlen. Was sich bereits auf dem vergangenen Album „Fiction To Shame“ angedeutet hat, wird nun weiter ausformuliert. Eine neue Nachdenklichkeit und Reflektion wird ausgelebt, wobei sie auf ihre Trash-Rock-Nummern nicht in Gänze verzichten.

Dies verdeutlicht bereits der Auftakt „This City Is A Shambles Tonight“, ein waschechter Boogie-Glam-Hard-Rock-Mix, der einem die grellen Nachtlichter Chicagos vor Augen führt und in die Ohren hämmert. Im Anschluss klappern in „The Devil And All His Relations“ die Kastagnetten, spanische Gitarren treffen auf Mariachi-Gebläse, mittendrin Brian Krumms unverwechselbare Reibeisenstimme, die sanftmütig erzählt. „Sometimes On Sunday Too“ ist eine Midtempo-Ballade, die Akustisches, Elektrisches, Rhythmisches und Melodisches vereint und dabei mit perlend-fließenden Pianolinien überzeugt. Der Titel ist zudem als Split 7“ Vinyl auf Boxing Clever Records erschienen, die auf der anderen Seite die wunderbare deutsche Indie-Band Planeausters mit dem Song „Wouldn't Say It's Over, But It's Gone“ präsentiert.

„Another Song About You“ malt mit allerschönsten Western-Hawaii-Gitarren den Klanghimmel aus, der einen in die „Naked Arms“ hineinfallen lässt, die in sanften Jazz-Harmonien baden, die Trompete bläst wehmütig-sehnsüchtige Weisen. Dem wird das hart und Blues rockende „The Right Way To Be Wrong“ entgegengesetzt, ein echter Great-Crusades-Heuler, der auf Norman Greenbaums „Spirit In The Sky“-Riff taumelt. Danach wird Becks „Why Did You Make Me Care?“ gecovert mit steinerweichender Hawaiigitarre, New Orleans Ragtime und Weill/Brecht-Anleihen.

Der Titelsong ist eine mysteriöse, vom Cello dunkel unterfütterte Akustikgitarren-Ballade, die wankt und schwankt wie ein schwerer alter Kahn auf hoher See. Käpt´n Krumm auf der Suche nach der in Chicago gestohlenen Seele. Zum Sterben schön wird „Vandalia“ inszeniert, die silbrigen Pianotöne sorgen für Gänsehaut, zerschmelzen förmlich mit der wimmernden Pedal Steel und der spanischen Gitarre. Wer hier nicht dahinschmachtet hat ein Herz aus Stein. Pochend und mit fiesen kleinen E-Gitarrensoli dreht sich „Time Capsule“ zur Pianoballade „Cruel Joke“, die dem Hörer Schauer des Glücks und der Furcht über den Rücken jagt.

Die Schauer des Rock’n’Roll-Glücks dürfen wir mit „‘Til The Needle On The Record Goes To Bed“ ausleben, ins Fleisch schneidende Slide-Gitarren, die das Blut auf den Asphalt in Chicago tropfen lassen. Zum Finale fließt alles Herzblut in Zeilen wie „You’ve heard all these songs of roses / You’ve heard all these songs of rain.“ So erklingt „Old Lovers, Old Friends” wie ein schmerzlich schöner Abschied mit blue moods, einer blauen Rose und einem in der Ferne glitzernden Haus. The Great Crusades fahren mit ihrem achten Album auf der Achterbahn der Emotionen wie nie zuvor. Willkommen zurück! See you next time! With Dreams‘n‘Tears of Rock’n‘Roll!

Anspieltipps:

  • Another Song About You
  • Vandalia
  • ‘Til The Needle On The Record Goes To Bed
  • Old Lovers, Old Friends

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